Künstlerstatus in Deutschland

In der Europäischen Union wurden und werden die Arbeitsrechte der Mitgliedstaaten durch vielfältige Richtlinien harmonisiert. Die EU legt Mindeststandards fest, die die Mitgliedsländer umsetzen sollen: bspw. durch die Teilzeitrichtlinie 97/81/EG (Dezember 1997), die Richtlinie 2003/88/EG zur Arbeitszeitgestaltung (November 2003) oder die Richtlinie 2004/38/EG zur Freizügigkeit (April 2004). Informationen zum EU-Arbeitsrecht finden sich hier.

Trotz der EU-Richtlinien gelten in Deutschland jedoch weiterhin nationale Gesetze. Eine spezielle Rechtsstellung haben Künstler*innen in Deutschland nicht. Es hängt von der tatsächlichen Berufsausübung ab, welchen Status ein*e Künstler*in innehat, aber auch von der Vertragsgestaltung. Zwei Kategorien lassen sich unterscheiden: Künstler*innen sind entweder selbstständig oder als angestellte Arbeitnehmer*innen tätig.

Beispiel:
Ein Schauspieler wird von einem Theater für mehrere Aufführungen über einen Zeitraum von drei Monaten engagiert. Er übt eine weisungsgebundene Tätigkeit aus – auch Arbeitsort und Arbeitszeiten sind klar festgelegt, es handelt sich um ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Bietet der Schauspieler dem Theater hingegen sein Soloprogramm an, handelt es sich um eine selbstständige Tätigkeit (s. Selbstständige Tätigkeit).