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Projekte mit Geflüchteten

Viele Künstlerinnen und Künstler in Deutschland wollen sich für Geflüchtete engagieren. Für ein soziales Engagement zeigen Portale wie www.caritas.dewww.proasyl.dewww.diakonie.de den Bedarf und die Möglichkeiten, Geflüchtete zu unterstützen. 

Die Bundesvereinigung Kultureller Kinder- und Jugendbildung bündelt die Erfahrungen ihrer langjährigen Praxis in der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten sowie mit Kindern und Jugendlichen, die mit ihren Familien nach Deutschland kommen. Weitere Informationen finden sich hier.

Vielfach geht es um den kulturellen Austausch mit Geflüchteten, ohne dass diese selbst Kunstschaffende sein müssten. Oder es geht um künstlerische Projekte mit Künstlerinnen und Künstlern auf beiden Seiten. 

Generell stellen sich hier viele Kulturschaffende ähnliche Fragen wie z. B. 

  • Wie kann ich eigene Projekte in diesem Bereich starten?
  • Wo finde ich Möglichkeiten der Förderung?  
  • Dürfen geflüchtete Künstlerinnen und Künstler in den Projekten ein Honorar erhalten? 
  • Wie sind die Beteiligten versichert? 
  • Müssen GEMA-Gebühren gezahlt werden? 

Zu einigen dieser Fragen können die in den einzelnen Bundesländern vertretenen Landesflüchtlingsräte Hilfestellungen bieten: www.fluechtlingsrat.de. Oft stellen sie gut recherchierte Hintergrundinformationen und aktuelle Informationen zur Gesetzgebung bereit und organisieren darüber hinaus Veranstaltungen und Fortbildungen für Ehrenamtliche oder Flüchtlingssozialarbeiterinnen und -arbeitern. Auch können Sie Kontakte zu den Trägern von Flüchtlingsunterkünften herstellen.

Der Beauftragte des Senats von Berlin für Migration und Integration bietet kostenloseWorkshops für Ehrenamtliche in der Arbeit mit Geflüchteten sowie Schulungen für Mitarbeitende von nicht staatlichen Beratungstellen. Mehr Informationen hier.

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Wie kann ich eigene Projekte in diesem Bereich starten?

Generell sind alle Interessierten und Kulturschaffenden frei, kulturelle Projekte mit Geflüchteten zu starten. Möglichkeiten, sich an bestehende Projekte oder Netzwerke in diesem Bereich anzuschließen sowie Beratung bieten die Künstlerverbände oder auch die regionalen Projekte aus dem Programm Kultur macht stark!

Für künstlerische Projekte sollte der Kontakt zu Netzwerken der Künstlerinnen und Künstler, die nach Deutschland gekommen sind, gesucht werden, z. B. über die Portale wie www.syrischeshaus.de.

Viele Projekte starten mit der persönlichen Kontaktaufnahme in den Unterkünften für Geflüchtete, mit der Leitung und den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie mit den Trägern der Einrichtungen. Hier besteht oft vor allem ein Bedarf an sozialem Engagement. Künstlerische Vorhaben stoßen eher auf Skepsis. 

Für die Entwicklung eines künstlerischen Projektes braucht es künstlerische Kompetenzen auf beiden Seiten und die Sicherheit, über einen bestimmten Zeitraum verlässlich zusammen arbeiten zu können. Dies kann für die geflüchteten Künstlerinnen und Künstler oft nicht gesichert werden, bspw. weil Behördengänge kurzfristig notwendig werden, die Geflüchteten unvermittelt in andere Einrichtungen übersiedeln müssen oder der Aufenthaltsstatus nicht geklärt ist. Oft steht auch die Frage nach der Zusammenarbeit auf Augenhöhe im Raum und muss immer wieder neu verhandelt werden. 

Auch Projekte, die auf einen kulturellen Austausch fokussieren und weniger ein künstlerisches Ergebnis im Blick haben, sollten mit der persönlichen Kontaktaufnahme in den Unterkünften beginnen – mit der Leitung und den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie mit den Trägern der Einrichtungen. Hier besteht oft vor allem ein Bedarf an sozialem Engagement, doch auch kulturelle Vorhaben sind (mal mehr, mal weniger) erwünscht, sowohl von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie von den Geflüchteten in den Einrichtungen. 

Oft zeigt sich ein hoher Bedarf an (sportlichen, kommunikativen und eben auch) kulturellen Angeboten. Dieser Bedarf kann in den Einrichtungen konkret benannt werden: zu welchen Zeiten und in welchen Räumen diese Angebote realisiert werden können, ob Dolmetscherinnen und Dolmetscher sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter diese Angebote begleiten können, wie die Menschen in den Einrichtungen eingeladen werden können etc. 
Wichtig ist, dass die Projekte mit hoher Verlässlichkeit und Regelmäßigkeit zu den verabredeten Zeitpunkten angeboten werden können, auch wenn für die Teilnahme der Menschen in den Einrichtungen diese Sicherheit nicht gegeben werden kann – mitunter eine hohe Fluktuation besteht. 
Ehrenamtliches Engagement der Kulturschaffenden kann eine erste Basis für den Start von Projekten sein, allerdings schafft die Möglichkeit, die beteiligten Kulturschaffenden zu honorieren, mehr Sicherheit für alle Beteiligten und eine Grundlage für die Qualitätssicherung.

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Wo finde ich Möglichkeiten der Förderung?

Es gibt verschiedene Fördermöglichkeiten für Projekte mit Geflüchteten. Auch als Reaktion auf die steigende Anzahl geflüchteter Menschen in Deutschland wurden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen - durch öffentliche wie private Stiftungen, Ministerien. 

Im Folgenden seien einige genannt, die an dieser Stelle kontinuierlich durch weitere ergänzt werden:

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Dürfen geflüchtete Künstlerinnen und Künstler in den Projekten ein Honorar oder eine Aufwandsentschädigung erhalten?

Abhängig von ihrem Aufenthaltsstatus dürfen Geflüchtete auch eine Arbeit aufnehmen. Generell steht die Frage, ob die Künstlerinnen und Künstler als Selbständige in den Projekten arbeiten oder ob sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden. 

Informationen zur Beschäftigung bei Aufenthalt aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen sowie von Personen mit Duldung und Asylbewerberinnen und -bewerbern liefert das Merkblatt Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland der Agentur für Arbeit.

Weitere Informationen zu den Zugangsmöglichkeiten und -bedingungen zum Arbeitsmarkt für geflüchtete Menschen stellen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (www.bamf.de) sowie die GGUA Flüchtlingshilfe e. V. www.einwanderer.net bereit.

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Wie sind die Beteiligten versichert?

Sind Künstlerinnen und Künstler ehrenamtlich tätig, so können sie sich oftmals den Trägern der Projekte oder der Einrichtungen, mit denen sie zusammenarbeiten, als Ehrenamtliche registrieren lassen und sind über deren Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft versichert. 

Weitere hilfreiche Informationen rund um das Thema Versicherung bietet die Stiftung Warentest hier

Selbstständig tätige Künstlerinnen und Künstler müssen selbst im Rahmen ihrer Berufstätigkeit für den entsprechenden Versicherungsschutz sorgen. Informationen hierzu finden sich auf touring-artists.info unter Personenversicherungen.

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Müssen GEMA-Gebühren gezahlt werden?

Wann immer in den Projekten Musik verwendet wird, die nicht GEMA-frei ist, müssen Lizenzgebühren gezahlt werden. 

Erste Informationen hierzu finden sich auf touring-artists.info unter Verwertungsgesellschaften, weitere auf der Website der GEMA.

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