Gastspiele und Vorträge

Hierbei gilt wieder die Hauptunterscheidung: Ist die Leistungsempfängerin oder der Leistungsempfänger (die Kundin/der Kunde oder die Veranstalterin/der Veranstalter) eine Privatperson oder unternehmerisch tätig?

Bei kulturellen, künstlerischen, unterrichtenden, unterhaltenden oder ähnlichen Leistungen an Empfängerinnen und Empfänger, die nicht unternehmerisch tätig sind bzw. über keine USt-IdNr. verfügen, gilt das Tätigkeitsortprinzip. Das heißt, dass die Umsatzsteuer am Ort, wo die Tätigkeit ausgeführt wird, anfällt. 

Beispiel:
 Eine Pop-Band
 aus Deutschland tritt in England auf einer privaten Geburtstagsfeier auf. 

Es gilt das Tätigkeitsortprinzip, da der Empfänger der Leistung Privatperson ist. Ort der sonstigen Leistung ist jetzt in England, so dass die britische Umsatzsteuer fällig wird. Diese müsste die deutsche Pop-Band an ihren britischen Kunden berechnen und danach auch an das britische Finanzamt abführen. Im Gegenzug könnte dann auch die Vorsteuer aus zum Beispiel Hotel- und Reisekosten abgezogen werden. Für solche Fälle wird die Bestellung einer Fiskalvertreterin oder eines Fiskalvertreters empfohlen. 

Beispiel: 
Ein italienisches Tanzensemble tourt durch Europa und hat in Deutschland mehrere Auftritte. 

Hier handelt es sich um sonstige Leistungen, die nach § 3a Abs. 2 UStG an dem Ort ausgeführt werden, von dem aus die Empfängerin oder der Empfänger ihr bzw. sein Unternehmen betreibt. Nach dem B2B-Prinzip gilt das Empfängerortprinzip. Somit sind die Umsätze in Italien nicht steuerpflichtig. Die Angabe der italienischen USt-IdNr. ist erforderlich. Die deutschen Veranstalterinnen und Veranstalter der einzelnen Veranstaltungen haben die Rechnungen des Tanzensembles als innergemeinschaftliche Leistungen gemäß §§ 13a Nr. 2, 1 Abs. 1 Nr. 5, 13b Abs. 1 UStG zu versteuern. Sie können aber die Umsatzsteuer als Vorsteuer wieder abziehen, sodass daraus keine Zahllast entsteht.

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