Verkäufe von Kunstwerken

Verkauf von Gegenständen, zum Beispiel von Werken der Bildenden Kunst, an ausländische Kunden

Bei Lieferungen ins Ausland macht es hinsichtlich der Umsatzsteuer einen Unterschied, ob die Lieferung innerhalb der EU oder nach außerhalb der EU erfolgt und auch, ob an eine unternehmerisch tätige Person oder an eine Privatperson geliefert wird.

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Innerhalb der Europäischen Union

Verkauft beispielsweise eine in Deutschland ansässige Künstlerin Kunstwerke innerhalb der EU, so handelt es sich um eine innergemeinschaftliche Lieferung. 

Beispiel:
Eine umsatzsteuerpflichtige Künstlerin in Deutschland verkauft ein Bild an eine Privatperson in Dänemark. 

Der Kunde kauft als Privatperson. Damit ist laut dem Unternehmenssitzprinzip der Umsatz in Deutschland steuerpflichtig und die Künstlerin muss die Umsatzsteuer abführen. Dabei ist der ermäßigte Steuersatz von 7 % anzuwenden (Anlage 2 zu § 12 Abs. 2 UStG). Auf der Rechnung muss sie zusätzlich zum Kaufpreis 7 % Umsatzsteuer ausweisen.

Wenn der Kunde hingegen betrieblich einkauft, also Unternehmer ist und über eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) verfügt, greift das Empfängerortprinzip, das heißt, die Lieferung ist im Inland steuerbefreit und muss im Ausland versteuert werden. Die USt-IdNr. wird auf Nachfrage an jede Unternehmerin und jeden Unternehmer innerhalb der EU vergeben und gilt daher als Merkmal für die Unternehmereigenschaft. Grundsätzlich ist für die Vergabe die jeweilige Finanzverwaltung zuständig, in Deutschland das Bundeszentralamt für Steuern in Saarlouis www.bzst.de. Die USt-IdNr. enthält im Allgemeinen das Länderkürzel und eine Reihe von Ziffern, zum Beispiel DE123456789 oder GB987654321. Die USt-IdNr. muss auf der Rechnung stehen. In der Folge stellt die Künstlerin die Rechnung ohne Umsatzsteuer aus.

Tipp: 

Die Künstlerin sollte auf ihre Rechnung den Vermerk „nicht steuerbar gemäß § 3a Abs. 2 UStG – Reverse Charge Verfahren“ anbringen.

Mehr zum Hintergrund und zur Beantragung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in Deutschland finden Sie hier auf den Seiten des Bundeszentralamts für Steuern.

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Nach/von außerhalb der Europäischen Union

Verkäufe und Lieferungen von Waren nach außerhalb der EU sind im Inland immer steuerbefreit – egal ob an Privatpersonen oder Unternehmerinnen bzw. Unternehmer. Daher benötigt man auch keine USt-IdNr.

Schickt bspw. ein Künstler ein Bild in die USA, braucht er keine Umsatzsteuer auszuweisen, da dieser Umsatz umsatzsteuerbefreit ist.

Wichtig:

Einem Kunden aus den USA, dem ein Bild im Atelier des Künstlers in Deutschland nach Barzahlung übergeben wird, wird zunächst die deutsche Umsatzsteuer berechnet. Wenn der Kunde die Arbeit später in die USA ausführt, hat er unter Umständen die Möglichkeit, sich diese Umsatzsteuer von dem Verkäufer erstatten zu lassen. Die Ausfuhr sollte er sich am Flughafen vom Zoll bestätigen lassen, möglichst unter Vorlage der Rechnung. 

(siehe Merkblatt des BMF zur Umsatzsteuerbefreiung)

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