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Wann greift das deutsche Urheberrecht?

Das deutsche Urheberrechtsgesetz bietet Urhebern mit deutscher Staatsangehörigkeit für alle ihre Werke Schutz, egal ob und wo die Werke erschienen sind. Staatsangehörige der EU und des EWR sind den deutschen Staatsangehörigen gleichgestellt, unabhängig von ihrem tatsächlichen Wohnort. Ausländische Staatsangehörige aus Ländern außerhalb der EU und des EWR genießen grundsätzlich nur Schutz für ihre im Geltungsbereich des deutschen Urheberrechts erschienenen Werke. Hier richtet sich der genaue Schutzumfang vor allem nach den bestehenden Staatsverträgen.
Der Schutz des deutschen Urheberrechts ist in räumlicher Hinsicht auf das deutsche Staatsgebiet beschränkt. Im Urheberrecht gilt das sogenannte Territorialitätsprinzip.

Beispiel:
Ein italienischer Regisseur und Theaterautor lebt für ein Jahr in Deutschland. Er schreibt als freier Autor ein Theaterstück, das er mit einem freien Ensemble zur Aufführung bringt. Ein Mitglied des Ensembles nutzt fünf Jahre später eine bearbeitete Version des Stücks ungefragt für eine Produktion in Deutschland. Auf welche Rechte kann sich der italienische Autor berufen?

Aufgrund des Territorialitätsprinzips gilt für den aus Italien kommenden Regisseur der Grundsatz der Inländergleichbehandlung, das heißt, sein Theaterstück ist nach deutschem Urheberrecht geschützt.
Der Schutz des deutschen Urheberrechts gilt aber nur, sofern eine Verwertung auf das Theaterstück bezogen in Deutschland stattgefunden hat.

In dem Beispiel verletzt das Ensemblemitglied, das eine bearbeitete Version des Stückes in Deutschland benutzt, das Bearbeitungsrecht des Regisseurs (§ 23 UrhG) und das Recht der öffentlichen Wiedergabe (§ 15 UrhG) in Form der bühnenmäßigen Aufführung eines Sprachwerkes (§ 19 Abs. 2 Alt. 2 UrhG). In Betracht käme auch eine Verletzung des Entstellungsrechts (§ 14 UrhG), je nachdem in welchem Ausmaß das Werk gekürzt wurde.

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