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Berufs- und Erwerbsunfähigkeit

Eines der meist unterschätzten Risiken ist der Verlust der Arbeitskraft. Hier wird zwischen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit unterschieden. 

In der gesetzlichen Rentenversicherung – die auch für Mitglieder der Künstlersozialkasse (KSK) relevant ist – liegt eine vollständige Erwerbsminderung vor, wenn eine Künstlerin oder ein Künstler wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes (das bedeutet, jede zumutbare Tätigkeit) mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Versicherte, die zwar mindestens drei, aber keine sechs Stunden täglich erwerbstätig sein können, gelten als teilweise erwerbsgemindert.

Privat abzuschließende Versicherungen bieten hier ebenfalls eine Absicherung der Arbeitskraft an. Hier wird der konkret ausgeübte Beruf versichert. Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf für länger als sechs Monate zu weniger als 50 % ausüben kann. 

Eine Absicherung über eine Unfallrente reicht in den meisten Fällen nicht aus, da der Grund für Berufsunfähigkeit laut Statistik nur zu 12 % auf Unfällen beruht. In den restlichen 88 % der Fälle würde die Unfallrente nicht greifen, wenn bspw. andere Gründe wie chronische psychische Krankheiten oder Folgen von Depression zur Berufsunfähigkeit geführt haben.

Allerdings ergibt sich oft die Schwierigkeit, freischaffende Künstlerinnen und Künstler, insbesondere der darstellenden Sparten, gegen Berufsunfähigkeit zu versichern. Bei den meisten Versicherern gehören darstellende Künstlerinnen und Künstler zu den nicht versicherbaren Berufsgruppen, da das Risiko für den Versicherer nicht kalkulierbar ist. Das Angebot ist sehr eingeschränkt und teuer. Hier können die Absicherung der Erwerbsunfähigkeit bzw. erweiterte Unfallprodukte und sogenannte Grundfähigkeits- und Dread-Disease-Versicherungen als Alternative dienen.

Die genannten Absicherungsformen sind europaweit, teilweise auch weltweit gültig. 

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