Transportversicherung

Die Transportversicherung dient dem Schutz des Equipments bei Tourneen und der Kunstwerke bei Transporten zwischen den einzelnen Orten. Tatsächlich ereignen sich die meisten Schadensfälle beim Transport bzw. dem Aus- und Einladen. 

Eine Extraversicherung für die Künstlerin oder den Künstler erübrigt sich in vielen Fällen, da sich die verschiedenen Versicherungsarten teilweise überschneiden: Branchenübliche Ausstellungsversicherungen „von Nagel zu Nagel“ schließen den Transportweg mit ein; ebenso bei einer Musikinstrumentenversicherung ist das Transportrisiko bereits mit eingeschlossen. Geht es um Transporte größeren Umfangs, wie zum Beispiel bei Bühnenbildern, werden meist Speditionen beauftragt, wobei der Transport ohnehin versichert ist.

Was muss bei einem Eigentransport bedacht werden?

Beispiel:
Ein Künstler aus Deutschland bringt eigene Kunstwerke mit dem PKW für eine sechswöchige Ausstellung nach Spanien und holt sie dort auch selbst wieder ab. Es handelt sich um fünf Kunstwerke im Wert von insgesamt 20 000 Euro. Vor Ort sind die Arbeiten über den Veranstalter versichert.  

Der Künstler kann den Transport über eine Transportversicherung selbst versichern. Bei Abschluss der Versicherung muss er mitteilen, welche Art von Gegenständen er transportieren will. Entsprechend wird dann die Versicherungsprämie individuell kalkuliert. 

Der Künstler muss hier abwägen, ob der Wert der Kunstwerke und die Versicherungssumme in einem Verhältnis zueinander stehen, das eine Versicherung lohnenswert macht. Oftmals lohnt sich dies gerade für Künstlerinnen und Künstler, die am Anfang ihrer beruflichen Karriere stehen, nicht: Zur Festsetzung der Versicherungssumme werden Verkaufspreise herangezogen und dann kann die Versicherungssumme entsprechend niedrig ausfallen.  

Der Künstler sollte außerdem darauf achten, wie die Ansprüche der Versicherung an die Art der Verstauung und Verpackung der Gegenstände geregelt sind. Sind die Vorgaben sehr hoch gesteckt, kann es sein, dass die Versicherung im Schadensfall nicht eintrittspflichtig ist. 

Beispiel:
Eine freiberufliche deutsche Tänzerin fährt mit einem Mietwagen über Frankreich nach Spanien. In ihrem Auto sind Teile des Bühnenbilds, das Cello ihres Kollegen sowie gemietete Verstärkerboxen. Das Auto wird tagsüber samt Inhalt auf der Autobahnraststätte in Frankreich gestohlen.

Rechtlich liegt kein Verschulden der Tänzerin vor. Für den Transport, den sie unentgeltlich übernimmt, kann rechtlich von einem stillschweigenden Haftungsausschluss ausgegangen werden. Finanziellen Ersatz gäbe es nur, wenn der Transport versichert war. Hier sollte vorab klar abgesprochen werden, was in einem Schadensfall passiert.

Tipps:

  • Bei Auftritten von Theaterensembles am Abend ist es ratsam darauf zu achten, dass eine Lagerung im Pkw/Lkw auch nach 22:00 Uhr versichert ist. Die sogenannte Nachtzeitklausel schränkt die Schadensregulierung zwischen 22:00 und 06:00 Uhr stark ein – diese sollte nicht im Vertrag stehen. Allerdings erhöht sich die Versicherungsprämie dadurch meist erheblich (etwa um 25 %).

  • Bei einem Diebstahl würde eine Transportversicherung den Wert der entwendeten Gegenstände ersetzen.

  • Die Absicherung bei Transporten in osteuropäische Länder ist generell sehr kostspielig oder – je nach Versicherer – auch gar nicht möglich. Teilweise sind Fahrten mit dem Mietwagen in bestimmte Länder ausgeschlossen (s. Transport und Zoll, Mietwagen).

Beispiel:
Eine Künstlerin in Deutschland verschickt drei Arbeiten auf Papier per Post in die Schweiz. Die Arbeiten haben einen Wert von insgesamt 1000 Euro. Inwieweit versichern Transportunternehmen und Kurierdienst? 

Die Versicherungssumme kann beim Transportunternehmen gegen Mehrkosten mit eingeschlossen werden. Sollte dies öfter der Fall sein, wenn bspw. die Künstlerin regelmäßig Bilder mit der Post versendet, kann sie auch eine (jährliche) Sonderabsicherung für diesen Bedarf abschließen, also eine reguläre Versicherung mit einer Mindestlaufzeit von einem Jahr. Diese ist günstiger als die Einzelversicherung durch das Transportunternehmen. 

Nach oben