Künstlerinnen und Künstler mit deutscher Staatsangehörigkeit reisen zur künstlerischen Tätigkeit ins EU-Ausland

Beispiel: 
Eine freischaffende Tänzerin aus Deutschland möchte für zwei Monate an ein Theater in Paris gehen und dort – auf Honorarbasis – arbeiten. Welche Papiere muss sie für den Arbeitsaufenthalt beantragen? 

Territorialer Zugang zum EU-Ausland 

Künstlerinnen und Künstler, die deutsche Staatsbürgerinnen bzw. deutsche Staatsbürger sind, benötigen lediglich einen gültigen Personalausweis, um in ein anderes EU-Land zu reisen und sich dort aufzuhalten.
Allerdings können die EU-Mitgliedstaaten verlangen, dass sie sich anmelden müssen, wenn die Aufenthalts- und Beschäftigungsdauer im Aufnahmemitgliedstaat drei Monate überschreitet (s. auch weiter unten).

Marktzugang zum EU-Ausland – für Selbständige sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 

Der Zugang zu anderen Mitgliedstaaten des EU-Binnenmarktes wird über die Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit sowie die Arbeitnehmerfreizügigkeit gewährleistet (Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV)).

Die grenzüberschreitende Tätigkeit von Selbständigen unterliegt der Dienstleistungsfreiheit (Art. 57 AEUV), die nicht zu verwechseln ist mit der Niederlassungsfreiheit und der Arbeitnehmerfreizügigkeit (Art. 45 AEUV). Die Dienstleistungsfreiheit umfasst das Recht, in einem anderen Mitgliedstaat Dienstleistungen zu erbringen. Zu diesem Zweck kann ein Selbständiger in Person in einem anderen Mitgliedstaat die erforderlichen Arbeiten verrichten oder ein Unternehmen seine Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorübergehend in diesen schicken („entsenden“), um dort Arbeiten auszuüben. 

Einschränkungen gibt es bei entsendeten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, wenn diese Staatsangehörige eines Drittstaates sind: Diese genießen nicht zwangsläufig die gleichen Freiheiten wie Unionsbürger. Es kann bspw. notwendig sein, vor der Einreise ein Visumverfahren durchzuführen, wenn die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer entsprechend ihrer/seiner Staatsangehörigkeit der Visumpflicht in dem Mitgliedstaat unterliegt, in den sie oder er entsendet wird (Vander Elst Visum).

Beispiel:
Ein deutscher Galerist möchte sich in Antwerpen niederlassen und dort eine Galerie eröffnen. Hierfür braucht er als deutscher Staatsbürger weder eine Arbeits- noch Aufenthaltsgenehmigung in Belgien sondern muss lediglich dem belgischen Recht gemäß seinen Betrieb anmelden und die entsprechenden lokalen Formalitäten beachten. 

Informationen zum Daueraufenthalt innerhalb der EU finden sich auf den Seiten der Europäischen Kommission www.europa.eu/youreurope. Dort sind auch in sämtlichen europäischen Sprachen die nationalen Anlaufstellen aufgeführt, sowie europäische Informationsdienste in den jeweiligen Ländern.

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