Touring Artists Newsletter
   
     
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Newsletter Herbst 2020

 
     
 

Liebe Künstler*innen und Kolleg*innen,


wir möchten in diesem Newsletter optimistisch vorangehen und das Positive betrachten, was sich in den letzten Monaten entwickelt hat. Zwar ist künstlerisches Arbeiten immer noch in vielen Bereichen eingeschränkt und gerade die Mobilität leidet, jedoch gibt es inzwischen auch einige Alternativen zur Mobilität. Der Schwerpunkt dieses Newsletters widmet sich eben diesen Alternativen.
Wir haben 3 Fragen an Therese Hueber und Leonhard Heydecker vom Bereich Musik des Goethe-Instituts zu ihrem Programm Virtuelle Residenzen gestellt und unter anderem nachgefragt, wie das Programm angenommen wird.
Digitale Lösungen finden heißt es bei einem Beratungsangebot des ITI, welches wir euch auch vorstellen wollen.
Wir konnten erfreulicherweise unser Monthly Meet-Up wieder stattfinden lassen und hoffen, dass sich die Reihe nun erstmal ohne Unterbrechungen fortsetzen lässt. Außerdem sind wir gerade dabei eine Videoreihe zu produzieren, die in kurzen Tutorials die wichtigsten Fakten und Fragen beim Grenzen überschreitenden Arbeiten zusammenfasst. Das Ergebnis könnt ihr demnächst dann auf unseren Kanälen sehen.
Zudem machen wir in diesem Newsletter wieder auf aktuelle Gesetzesänderungen und auf Veranstaltungen aufmerksam, die Euch als Kulturschaffende betreffen und interessieren könnten.

 

IM ÜBERBLICK

Schwerpunkt: Alternativen zur Mobilität

  • 3 Fragen an Therese Hueber und Leonhard Heydecker vom Bereich Musik des Goethe-Instituts
  • Virtuelle Residenzen
  • MIP Online-Talk zur Perspektive der Künstler*innen
  • Beratung Digitale Lösungen

 
touring artists Neuigkeiten

  • Monthly Meet-Up
  • Corona-FAQ für transnationale Künstler*innen in Deutschland
  • Video-Tutorials: Reality-Check
  • Online-Session (En)forced mobility

 
Aktuelles

  • Aktuelle Gesetzesänderungen in Deutschland & im Ausland
  • EU Kulturpolitik
  • Aktuelle Ausschreibungen
  • Veranstaltungen
  • Außerdem


Die touring artists-Redaktion wünscht eine spannende Lektüre!

 

 

 
     
   
     
 
SCHWERPUNKT:
ALTERNATIVEN ZUR MOBILITÄT

3 FRAGEN AN…Therese Hueber und Leonhard Heydecker vom Bereich Musik des Goethe-Instituts

Können Sie uns einen kurzen Überblick darüber geben, wie das Format der Virtuellen Residenzen funktioniert.


Die Virtuellen Partner-Residenzen sind ein Angebot für künstlerische Zusammenarbeit im digitalen Raum. Sie richten sich an professionelle Solo-Künstler*innen und kleine Ensembles im Bereich Musik in Deutschland und im Ausland, die bedingt durch die Corona-Pandemie momentan nicht physisch zusammenarbeiten können. Während der Arbeitsphase können beispielsweise gemeinsame Recherchen durchgeführt, Kompositionen erarbeitet, innovative digitale Konzepte, Projekte oder Vorproduktionen entwickelt werden. Auch andere beziehungsweise interdisziplinäre Formate mit Musikfokus sind möglich. Im Mittelpunkt steht die partnerschaftliche Zusammenarbeit sowie der intensive Austausch. Der Antrag kann sowohl von Künstler*innen/Ensembles aus dem Ausland als auch von Künstler*innen/Ensembles mit Lebens- und Arbeitsschwerpunkt in Deutschland gestellt werden. Voraussetzung ist jedoch, dass in Deutschland ansässige Künstler*innen oder Ensembles einbezogen sind.
Anträge werden laufend mit einer Vorlaufzeit von vier Wochen per E-Mail musikresidenzen@goethe.de entgegengenommen. Im Falle einer Unterstützung wird pro Partner ein Stipendium in Höhe von 1.200 € gezahlt.


Sind die ersten Residenzen schon angelaufen? Welche Erfahrungen haben Sie schon damit gemacht und gab es bereits Feedback der Beteiligten?


Viele Residenzen finden momentan oder in den nächsten zwei Monaten statt, bisher sind nur wenige abgeschlossen. Die Rückmeldungen, die wir bis jetzt erhalten haben, sind sehr positiv. Die Künstler*innen sind dankbar, in der momentanen Situation die Möglichkeit zu haben, finanziell unterstützt künstlerisch tätig zu sein. Und die Ergebnisse, die uns bisher erreichten, sind vielversprechend. Die Nachfrage ist seit der Ausschreibung Mitte Mai nach wie vor sehr hoch. Uns erreichen täglich neue Anträge, von denen viele einen hohen künstlerischen Anspruch erfüllen.

Was waren Hürden und Herausforderungen für Sie? Was sind Herausforderungen für die Künstler*innen?


Wir betreuen im Fachbereich Musik des Goethe-Instituts schon seit Jahren unterschiedliche Förderformate und sind daher vertraut mit den Abläufen von Antragsverfahren. Die Herausforderung bestand im Vorfeld der Ausschreibung. Denn als uns Ende März klar wurde, dass voraussichtlich so schnell keine größeren Musikprojekte im Ausland mehr stattfinden können, zudem zahlreiche Künstler*innen keine Arbeitsmöglichkeit mehr hatten, waren wir plötzlich gefordert, uns über andere Förderformate als die Bezuschussung von Reisekosten für Musikprojekte im Ausland, eines unserer Hauptarbeitsfelder, Gedanken zu machen. Alle im Team haben mitgearbeitet, so dass von der ersten Sammlung von Formatideen bis zur Veröffentlichung der Ausschreibung nur wenige Wochen vergingen.
Musiker*innen sind gut informiert und tauschen sich auf vielen Ebenen aus, das zeigen auch die letzten Wochen. Nicht gemeinsam in einem Raum musizieren oder Stücke aufnehmen zu können, stellt einige Künstler*innen aber tatsächlich vor neue Herausforderungen. Viele Künstler*innen müssen sich, bevor sie ihre Zusammenarbeit starten, mit IT-Fragen wie Latenz, passende Software und Aufnahmetechnik beschäftigen. Die technischen Anforderungen sind je nach Projekt verschieden und die Künstler*innen bringen dazu unterschiedliche Erfahrungen im Umgang mit digitalen Arbeitsweisen mit. Und nicht an allen Orten der Welt steht Musiker*innen eine stabile und günstige Internetleitung zur Verfügung. Alle Antragsteller*innen äußern den Wunsch, hoffentlich bald die in der virtuellen Arbeitsphase entwickelten Projekte einem Publikum präsentieren zu können.

Soll das Programm perspektivisch auch nach der Corona Pandemie weiterlaufen und auf andere Sparten ausgeweitet werden?


Zunächst einmal haben wir das Programm bis 31. Juli 2021 verlängert. Wie es nach der Corona-Pandemie weitergeht, wissen wir noch nicht. Im Zuge der auch bei uns geführten Diskussionen über ressourcenschonende Kulturarbeit werden wir möglicherweise auf diese Form der künstlerischen Zusammenarbeit als „Alternative zur Mobilität“ zurückkommen.


Virtuelle Residenzen

Während im Corona-Lockdown die internationale Künstler*inne-Mobilität nahezu zum Erliegen gekommen ist, hat uns diese außergewöhnliche Situation, aber auch die aktuell wachsenden Zahl von politischen Konflikten weltweit die Notwendigkeit von Kultur-Mobilität vor Augen geführt. In Zeiten einer Krise braucht es Alternativen, um bestehende Formen des künstlerischen Austauschs neu zu denken. Dank den digitalen Möglichkeiten unserer Zeit, haben sich virtuelle Residenzen als neues Format etabliert, mit denen geschlossene Grenzen zumindest temporär gut überwunden werden können.
Verschiedene Institutionen weltweit setzen auf solche oder ähnliche Programme, die weiterhin internationale Zusammenarbeiten möglich machen. Bei den Programmen geht es vor allem um die gemeinsame Durchführung von Recherchen, die Entwicklung von Konzeptideen und Projekten, die Erstellung künstlerischer (Vor-) Produktionen oder auch digitaler Trainings- bzw. Austauschformate. Im Mittelpunkt stehen also die künstlerische und partnerschaftliche Zusammenarbeit sowie die Austauschmöglichkeiten.


ARTCONNECT hat einen Guide to Virtual Residencies veröffentlicht, in dem allgemeine Informationen zu diesem Format und seinen Unterformaten, wie zum Beispiel Instagram Residencies, gegeben werden. Außerdem wird dabei besprochen, inwieweit Künstler*innen, aber auch Organisationen von virtuellen Residenzen profitieren können.


Neben dem Goethe-Institut hat auch die Martin Roth Initiative ein Programm für virtuelle Residenzen aufgesetzt, die sie mit dem Ziel des Austausches und der Kollaboration im virtuellen Raum beschreibt. Die Zusammenarbeit soll zwischen einer Gastorganisation und der/dem Stipendiat*in stattfinden. Der Programmzeitraum ist zunächst bis zum 31.12.2020 geplant. Je nach Entwicklung der Pandemie gibt es aber die Möglichkeit, dass dieser auch noch verlängert wird.


Auch die Initiative Artists in Nature International Network (AiNIN) hat ein Programm für virtuelle Residenzen ins Leben gerufen. Das Thema ist hierbei “Dynamic natural connections”. Das Netzwerk sucht nach generativen, prozessorientierten Kunst- und Forschungsprojekten, die mit der Natur verwurzelt sind. Als Zeitraum für das Programm ist Januar bis März 2021 vorgesehen. Bewerbungsfrist ist der 15. November 2020.


Die Web Residencies der Akademie Schloss Solitude sind ein zusätzliches Unterformat der virtuellen Residenzen. Sie gestalten sich als 4-wöchige Web Residencies für Künstler*innen, Designer*innen, Cyborgs, Hacker*innen und Forscher*innen, die den digitalen Raum nutzen. Nächste Bewerbungsmöglichkeit bis zum 15. Oktober 2020.
Zudem vergibt die Akademie einmal jährlich den Produktionspreis HASH an ein herausragendes Web-Residency-Projekt.


VORANKÜNDIGUNG: ONLINE-TALK ZUR PERSPEKTIVE DER KÜNSTLER*INNEN AUF DIE INTERNATIONALE ARBEIT

Das Netzwerk der Mobility Info Points plant für die zweite Novemberhälfte 2020 eine Online-Session, die die Erfahrungen und Ausblicke von Künstler*innen auf die internationale Arbeit in den Blick nimmt. Wie gestalten Künstler*innen, die in der ganzen Welt zuhause sind, während der Corona-Pandemie ihre Arbeit? Welche Hoffnungen und Befürchtungen haben sie, welche Ansätze verfolgen sie, um weiterzumachen?
Gastgeber sind die MIPs, als Teil des Netzwerkes On the Move, gehostet wird die Session von Motovila (Ljubljana).
Bleiben Sie auf dem Laufenden, wir informieren Sie über touring artists Facebook.


BERATUNG DER MEDIATHEK FÜR TANZ UND THEATER AM ITI

Die Mediathek für Tanz und Theater am ITI Deutschland entwickelt und verfolgt kontinuierlich Diskurse rund um die Digitalität in Kunstprozessen. Sie begleitet die wissenschaftliche Forschung, die künstlerische Auseinandersetzung und die Rezipienz durch Kulturinteressierte in diesem Gebiet. Auf dieser Basis bietet das Team der Mediathek Austausch- und Beratungsangebote für Kunstakteur:innen, Wissenschaftler:innen, Schüler:innen und Studierende zu Themen wie Digitalisierungsprozessen, (Selbst-)Archivierung und den vielfältigen medialen Möglichkeiten der Dokumentation von künstlerischen Prozessen.

TOURING ARTISTS
NEUIGKEITEN

TOURING ARTISTS/IAIB “MONTHLY MEET-UP”

Am 21. September 2020 konnte ein weiteres MONTHLY MEET-UP stattfinden. Um die erforderlichen Hygienemaßnahmen und Abstandsvorschriften einhalten zu können sind wir dafür in die Tangoschule Tangotanzen macht schön ausgewichen.
Inhaltlich ging es unter dem Titel „What’s up with Förderung?“ um das Thema der Kunst- und Kulturförderung. In einem ersten Teil gab das touring artists Team einen Überblick über die hiesige Förderlandschaft und formulierte anschließend Tipps und Hinweise zur Antragstellung. Anschließend hatten unsere Gäste Gabi Beier (Ada Studios) und Solvej Ovesen (Galerie Wedding) das Wort und gaben Einblicke in ihre Arbeit und teilten ihre Erfahrungen und Eindrücke zu dem Thema.


Das Monthly Meet-Up richtet sich an transnationale Künstler*innen und Kreative, die neu in Berlin sind und versuchen, dort Fuß zu fassen. Es können administrative Fragen erörtert werden, die für die künstlerische Arbeit in Berlin relevant sind. Mitglieder von Berliner Kunstinstitutionen sind vor Ort, die ihre Arbeit vorstellen und es besteht die Möglichkeit, andere Künstler*innen zu treffen und sich zu vernetzen.

Nächste Termine
19. Oktober 2020: „What’s the deal with KSK”: Was ist die KSK? Welche Vorteile hat es in der KSK zu sein? Wer darf in die KSK? Wie bereite ich meinen KSK-Antrag vor? Ich bin in der KSK und will ins Ausland gehen? Wie bleibe ich in der KSK?
16. November 2020: „Working outside of Berlin“: Wie findet man Wege, in Deutschland auch außerhalb Berlins künstlerisch tätig zu sein, dort seine Arbeiten zu präsentieren, Förderungen zu erhalten? Wie vernetzt man sich auch in anderen Regionen mit Künstler*innen?


Bitte informiert euch im Voraus unserer Treffen immer über etwaige Updates. Grundsätzlich werden die Monthly Meet-Ups bis zum Ende des Jahres von 15-17 Uhr in der Tangoschule Tangotanzen macht schön (Oranienstraße 185) stattfinden.


CORONA-FAQ FÜR TRANSNATIONALE KÜNSTLER*INNEN IN DEUTSCHLAND

Ihr habt Fragen zu Reisebeschränkungen für Deutschland. Ihr seid in Deutschland gestrandet und habt derzeit keine Krankenversicherung für Deutschland. Hat die Beantragung von Corona-Soforthilfe Einfluss auf euren Aufenthaltstitel?
Diese und weitere Fragen beantwortet touring artists im Corona-FAQ, das speziell transnationale Künstler*innen in Deutschland adressiert.


Video-Tutorials: Reality-Check

touring artists hat diesen Monat mit der Erstellung einer Video-Tutorialreihe begonnen, die in Form eines Reality-Checks wichtigste Grundlagen zur internationalen Arbeit im Kunst- und Kreativsektor zusammenfasst. In den ersten vier Tutorials stehen die Themen Einreise, Aufenthalt, Arbeitserlaubnis, Status und Verträge, Transport und Zoll im Fokus des Videos. In kurzen Sequenzen bringt Euch unser Teammitglied Sebastian im Reality Check die wichtigsten Fakten zu diesen Inhalten näher.
Die vier Tutorials sind ab dem 05.10.2020 über unseren Youtube-Kanal abrufbar.


Online-Session (En)forced mobility

Am 9. Juni 2020 war touring artists Teil der Online-Session (En)forced mobility, veranstaltet von On the Move und Howlround. Künstler*innen sind aus unterschiedlichen Gründen international mobil. Aber was ist, wenn ein*e Künstler*in aufgrund von Konflikten oder Verfolgung gezwungen ist, die Heimat zu verlassen? Welche Auswirkungen bringt die Corona-Pandemie mit sich?
Das informelle Gespräch wurde moderiert von Mary Ann DeVlieg, Teilnehmer*innen waren Kolleg*innen und Künstler*innen von Tamizdat, ICORN und der Cité Internationale des Arts.
Auf der Website von Howlround kann die Online-Session nachgeschaut und nachgelesen werden.

AKTUELLES

AKTUELLE GESETZESÄNDERUNGEN IN DEUTSCHLAND & IM AUSLAND

Befristete Reduzierung der Mehrwertsteuer
Die Mehrwertsteuer wird befristet vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 gesenkt. Der reguläre Steuersatz sinkt dabei von 19 Prozent auf 16 Prozent, der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent auf 5 Prozent. Die Absenkung ist Teil des aktuellen Konjunkturpaketes der Bundesregierung.


Revidiertes Urheberrecht in der Schweiz
Seit dem 01. April 2020 gilt in der Schweiz das revidierte Urheberrecht. Mit den beschlossenen Gesetzesänderungen zum 2019 in Kraft getretenen neuen Urheberrecht werden die Rechte von Kulturschaffenden und der Kulturwirtschaft gestärkt. Dies beinhaltet unter anderem einen Fotografienschutz, der alle Fotografie schützt, auch wenn es sich nicht um Kunstwerke handelt bzw. die Fotos keinen individuellen Charakter haben. Dies bedeutet zum Beispiel, dass auch Pressefotos oder Aufnahmen von Produkten und Landschaften geschützt sind. Somit wird für die Nutzung von Fotos Dritter nun immer eine Erlaubnis notwendig.


Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes zu Vergütungsanspruch für Künstler*innen von außerhalb des EWR
Das Recht der EU gewährt auch Künstler*innen, die die Staatsangehörigkeit eines Staates besitzen, der nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gehört, einen Anspruch auf eine einzige angemessene Vergütung für die Wiedergabe aufgenommener Musik. Regelungen in einem Mitgliedstaat, die solche Künstler*innen ausschließen, sind nicht mit dem Unionsrecht vereinbar, entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) Anfang September.
Informationen der Initiative Urheberrecht.


EU KULTURPOLITIK

Am 1. Mai 2020 veröffentlichten die europäischen Kultur- und Medienminister eine gemeinsame Erklärung, die auf die besondere Situation des Kultur- und Mediensektors in der Corona-Krise hinweist und den Weg zu gemeinsamen europäischen Unterstützungsangeboten ebnet. Im Rahmen seiner Ratspräsidentschaft hat es sich Deutschland zum Ziel gesetzt, die Initiative weiterzuführen und sicherzustellen, dass europäische Rettungsmaßnahmen auch den Kultur- und Kreativsektor einschließlich der Medien effizient unterstützen.


Europäisches Parlament macht sich für die Unterstützung der Kultur- und Kreativbranche in der Corona-Krise stark
Das Europäische Parlament fordert, dass mindestens zwei Prozent der europäischen Corona-Hilfen in den Kultur- und Kreativsektor fließen sollen. In einer Resolution, die am 17. September 2020 beschlossen wurde, setzen sich die Parlamentarier*innen dafür ein, dass finanzielle Unterstützung auf nationaler und auf EU-Ebene stattfinden müsse.
Außerdem wird die Rolle des Creative Europe Programms unterstrichen und eine Verdoppelung des Budgets gefordert.


Voices of Culture: Call for Application
Voices of Culture ist ein Dialogformat der EU-Kommission, welches mehrmals jährlich stattfindet und den Austausch zwischen der Kommission und dem europäischen Kultur- und Kreativsektor ermöglicht, koordiniert vom Goethe-Institut Brüssel. Das Dialog-Treffen unter dem Titel „Culture and the Sustainable Development Goals: Challenges and Opportunities” wird am 2. und 3. Dezember in digitaler Form stattfinden. Vertreter*innen des Kultur- und Kreativsektors mit einschlägiger Sachkenntnis zum Thema können sich bis zum 11. Oktober für eine Teilnahme bewerben.
Informationen und den Call for Applications finden sich hier.


AKTUELLE AUSSCHREIBUNGEN

NEUSTART KULTUR ist ein Rettungs- und Zukunftsprogramm der Bundesregierung für den Kultur- und Medienbereich. Gefördert werden vor allem Kultureinrichtungen mit ihren unter anderem pandemiebedingten Investitionen und Projekten verschiedener Kultursparten, die überwiegend privat finanziert werden. Die Kultureinrichtungen sollen mit der Förderung dabei unterstützt werden ihre Häuser wieder zu öffnen und Programme wieder aufzunehmen, um Künstler*innen und Kreativen eine Erwerbs- und Zukunftsperspektive zu bieten.
Der Fonds Darstellende Künste setzt mit #TakeCareResidenzen ein Förderprogramm auf, das sich an selbstbeauftragt arbeitende Künstler*innen/-gruppen der Freien Darstellenden Künste richtet. Ziel des Programms ist es, die für viele Künstler*innen/-gruppen wichtigen Verbindungen zu freien Theater- und Tanzhäusern, die durch pandemiebedingte Absagen von Projekten und Aufführungen unterbrochen wurden, durch Residenzen zu stabilisieren und zu stärken.
In diesem PDF des Deutschen Kulturrats ist eine Übersicht aller NEUSTART Programme aufgestellt.


TaDA Textile and Design Alliance: Residenz für April bis Juni und September bis November 2021 in der Schweiz für internationale Künstler*innen aus den Bereichen Kunst, Design, Architektur, Literatur und Performance. Deadline: 4. Oktober 2020


Kreativ-Transfer / Vorhaben der internationalen Vernetzung:
Kreativ-Transfer fördert Maßnahmen, die Akteur*innen in den Bereichen Darstellende Künste, Bildende Kunst und Games in ihren internationalen Netzwerkaktivitäten unterstützen.
Deadline Darstellende Künste: 12. Oktober 2020

Fondation Thalie: Einmonatige Forschungsresidenz für internationale Künstler*innen aus den Bereichen visuelle Kunst, Kreatives Schreiben, Film, Performance im Zeitraum von Februar bis Juni 2021. Deadline: 15. Oktober 2020.


25th International Solo-Dance-Theatre Festival Stuttgart: Wettbewerb mit Preisen, u.a. Residenz, für Künstler*innen unter 30 Jahren aus dem Bereich Choreografie. Deadline: 11. November 2020.


C-PLATFORM / Xi·Art Museum: Residenz in China für internationale Künstler*innen aus der zeitgenössischen Kunst zum Thema Fantasy Land. Deadline: 31. Juli 2021.

Aktuelle Ausschreibungen zur Mobilitätsförderung finden sich auch auf der Website von On the Move. Cultural Mobility Information Network. Der monatlich erscheinende OTM Newsletter ist in fünf Sprachen erhältlich.


Veranstaltungen

3. Oktober 2020: Art Space Connect ‘What’s up with international mobility today?’ - 14 Uhr via Zoom
Mit der Veranstaltungsreihe ‘Art Space Connect’ stärkt die IGBK in 2020 den internationalen Austausch mit unabhängigen Kunstinitiativen, künstlerischen Projekträumen und Produzent*innengalerien in Mittel- und Osteuropa und im Kaukasus. Am 3. Oktober 2020 trifft Alicja Kaczmarek von Centrala Birmingham die armenische Kuratorin Anna Kamay, den Künstler Ara Petrosyan (u.a. vom Artlab Yerevan) sowie Marie Le Sourd vom Cultural Mobility Information Network On The Move.
Folgen Sie dem Gespräch via zoom, zur Anmeldung geht es hier. Informationen finden sich hier.

3. Oktober 2020: Administrative challenges for foreign artists in Germany - 14.30 Uhr, radialsystem (im Rahmen des Festivals Radical Sounds of Latin America)
Felix Sodemann (touring artists) und Yusuf Sahilli (Landesmusikrat Berlin e.V.) geben eine Einführung in all die verschiedenen administrativen Herausforderungen, mit denen ausländische Künstler*innen, die neu in Deutschland sind, konfrontiert werden: Gibt es wirklich ein "Künstler*innen-Visum"? Wie bekomme ich eine Steuernummer? Was ist das KSK und wozu ist sie nützlich? Was ist der Unterschied zwischen einem Werkvertrag und einem Dienstvertrag? Wo bekomme ich (rechtliche) Hilfe? Sie geben auch einen Überblick über bestehende Beratungsinitiativen und -programme. Nach dem Workshop wird es Zeit für eine Q&A-Session geben.

5. Oktober 2020: Austausch- und Vernetzungstreffen für Kreativ-Transfer Geförderte und weitere Interessierte - 11 bis 12.30 Uhr per Zoom
Das Förderprogramm Kreativ-Transfer und die IGBK laden gemeinsam zu einem digitalen Austausch- und Vernetzungstreffen für Kreativ-Transfer Geförderte und weitere interessierte Betreiber*innen von Projekträumen und Produzent*innengalerien ein.
Eine Anmeldung wird über das Online-Formular erbeten.

8. Oktober 2020: Looking Ahead - New Opportunities and Visions within EU Funding for Culture after Covid-19 - 16.30 Uhr online
2020 ist ein entscheidendes Jahr auf europäischer Ebene. Die EU entscheidet über ihren Mehrjährigen Finanzrahmen für die kommenden sieben Jahre und ist bestrebt, die wirtschaftliche und soziale Krise zu überwinden. Es ist viel über die Bedürfnisse des kulturellen und kreativen Sektors in Europa gesagt worden, aber auch über seine Bedeutung für ein kulturell vielfältiges und robustes Europa.
Anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft möchte die Veranstaltung des CED KULTUR über Visionen sprechen und darüber, wie der Moment der Krise kreativ genutzt werden kann.
Informationen auf der Website des CED KULTUR.

08./09. Oktober 2020: Digitale Kreativ-Transfer Austausch- und Vernetzungstage für Akteur*innen in den Darstellenden Künsten
Auf dem Programm stehen Sessions zum internationalen Austausch, eine Gesprächsreihe mit internationalen Festivalmacher*innen, ein Workshop Steuern im internationalen Kontext sowie informelle Austausch- und Begegnungsformate.
Anmeldung bis zum 01. Oktober über das Online-Formular. Es gibt eine Warteliste.

11. bis 13. November und 3. Dezember 2020: Safe Havens Global Stream 2020 - online
Auf der jährlich stattfindenden Konferenz Safe Havens, organisiert vom Museum of Movements in Malmö, tauschen Kunst- und Menschenrechtsaktivist*innen ihre Erfahrungen aus und formulieren gemeinsame Anliegen und Forderungen. Dieses Jahr wird die Konferenz online und unter dem Titel Safe Havens Global Stream organisiert. Sie möchte vor allem Künstler*innen, kleineren Organisationen und Einzelpersonen eine Stimme geben, die an der Basis arbeiten und gefährdete Künstler*innen, Journalist*innen und Schriftsteller*innen unterstützen.
Informationen finden sich hier, eine Anmeldung für die Teilnahme ist jetzt möglich.


Außerdem

Neues Infodesk EU-Kulturförderung in der Coronakrise
Im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft und aufgrund der anhaltenden Coronakrise richtet der Creative Europe Desk KULTUR ein neues Angebot ein. Das Infodesk EU-Kulturförderung in der Coronakrise informiert über aktuelle Förderungen aus EU-Programmen und geplante Maßnahmen ab 2021, die zur Unterstützung des Kultur- und Kreativsektors in und über die Coronakrise hinaus beitragen. Des Weiteren stellt der Infodesk Hinweise zu Veranstaltungen und Publikationen rund um das Thema Corona und Kultur in Europa zusammen und nimmt die aktuellen Verhandlungen des Mehrjährigen Finanzrahmen der EU für 2021-2027 in den Blick.
Zur Website geht es hier.

TOURING ARTISTS BERATUNGSANGEBOT

Im Rahmen des touring artists Beratungsangebotes sind kostenfreie Einzelberatungen per Telefon, Skype und E-Mail (beratung@touring-artists.info) zu internationalen Projekten und Arbeitsaufenthalten im Ausland möglich. Das Angebot ist eine Kooperation von ITI und IGBK mit DTD und SMartDe – Netzwerk für Kreative e.V.

VORSCHAU

Der nächste touring artists Newsletter erscheint im Frühjahr 2021. Wenn Sie Neuigkeiten rund um die kulturelle Mobilität über den touring artists Newsletter teilen möchten, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail (info@touring-artists.info).