Musikalische Auslandsarbeit

In Deutschland sind sowohl professionelle Musikschaffende, wie auch semi-professionelle Musiker*innen sowie Laien- bzw. Amateurmusiker*innen mit Wohnsitz im Land aktiv. Darüber hinaus gastieren viele internationale Künstler*innen in Deutschland und wirken temporär in Koproduktionen, Projekten und transnationalen Ensembles mit. Und natürlich sind Musikschaffende aller Sparten aus Deutschland weltweit aktiv.

Deutschland hat sich zur Umsetzung der UNESCO Konvention zur kulturellen Vielfalt verpflichtet, in der Kultur als strategisches Element auf allen Ebenen für die nationale und internationale nachhaltige Entwicklung anerkannt wird (Artikel 13). Musik ist eines der effektiven Mittel für internationale Verständigung und nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit in einer globalisierten Welt.
Darüber hinaus sind Grundsätze für den Austausch von kulturellen Erzeugnissen und Dienstleistungen und kulturellen Rechten in der Konvention geregelt z.B. über Koproduktionen und gemeinsamen Vertrieb (Artikel 12), für die Sicherung tragfähiger lokaler und regionaler Märkte der unabhängigen Kulturwirtschaft (Artikel 14) und die Vorzugsbehandlung für den Kulturaustausch mit  Entwicklungsländern (Artikel 16).

Diese Herausforderungen werden in Deutschland entsprechend der Gesamtstruktur der Musiklandschaft auch bei der musikalischen Auslandsarbeit angenommen:

Das Auswärtigen Amt bzw. die Bundesregierung beauftragt Mittlerorganisationen der auswärtigen Kulturarbeit wie z.B. die Goethe Institute weltweit und das Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Darüber hinaus sind zahlreiche ausländische staatliche Kulturinstitute mit Sitz in Deutschland aktiv.


Gemeinnützige spezialisierte und nationale Einrichtungen und Institutionen nehmen mit staatlicher finanzieller Unterstützung Aufgaben der Vermittlung, des Austausches sowie der Dokumentation der musikalischen Auslandsarbeit wahr wie z.B.:


Zudem haben sich nationale Dachverbände der Musik in den letzten Jahren systematisch in europäischen Netzwerken organisiert. Diese multinationalen Organisationen gewinnen immer mehr Bedeutung für die internationale Arbeit im Bereich Musik in Deutschland. Aktuell gibt es sieben EU akkreditierte europäische Netzwerke mit aktiver deutscher Beteiligung:

Wegen des Kulturföderalismus lebt die internationale und auswärtige Kulturarbeit im Bereich Musik auch von privatwirtschaftlichen Organisationen und engagierten Partnerschaften der freien Kulturszene: Kulturvereine, Festivals, Agenturen und Musikproduzent*innen, die in Kooperation mit Partner in Europa und weltweit mit Ländern des globalen Südens realisiert werden.  

Eine besondere Rolle nimmt die zentrale Fördereinrichtung für die deutsche Musikwirtschaft ein, die Initiative Musik gGmbH. Sie ist das gemeinsame Förder- und Exportbüro der Musikwirtschaft und der Bundesregierung. Sie wird getragen von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL), dem Deutschen Musikrat DMR mit finanzieller Unterstützung von GVL, GEMA, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Auswärtige Amt.
Sie hat den Auftrag, die Präsentation und Verbreitung von Musik aus Deutschland im In- und Ausland zu unterstützen. Schwerpunkt ist die Förderung des musikalischen Nachwuchses aus Deutschland, von Musiker*innen mit Migrationshintergrund sowie Livemusikclubs.

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