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NEWSLETTER HERBST 2019
 

Im Fokus dieser Ausgabe steht das Projekt International Artists Info Berlin.

 

Liebe Künstler*innen und Kolleg*innen,

mit Ende der Sommerpause senden wir Ihnen/Euch die aktuelle Ausgabe des touring artists Newsletters. Im Mittelpunkt steht unser touring artists Sonderprojekt International Artists Info Berlin. Damit bieten wir Unterstützung speziell für Künstler*innen, Kreative und Kulturschaffende, die ihre Heimatländer verlassen mussten und nun in Deutschland leben.
In dem Interview mit Linde Nadiani, Moritz Malsch, Nina Korolewski und Kirsten Grebasch wird das Projekt "Lots*innen in die freie Szene Berlin" vorgestellt.
   
Darüber hinaus informieren wir wieder über Neuigkeiten rund um die internationale Mobilität, über aktuelle Ausschreibungen, Gesetzesänderungen, EU-Kulturpolitik, Veranstaltungen und Initiativen sowie über Neuigkeiten und Aktivitäten rund um unser Informationsportal touring artists und das begleitende Beratungsangebot.
 
IM ÜBERBLICK

Schwerpunkt

  • Frage zum Pilotprojekt “Lots*innen in die freie Szene Berlin”
  • touring artists Favourites
  • Gut zu wissen! und Aktuelles

 
touring artists Neuigkeiten
 
Und außerdem

  • Aktuelle Gesetzesänderungen in Deutschland
  • EU Kulturpolitik
  • Aktuelle Ausschreibungen
  • Veranstaltungen, Initiativen, Ankündigungen etc.


Die touring artists-Redaktion wünscht eine spannende Lektüre!

SCHWERPUNKT:
INTERNATIONAL ARTISTS INFO BERLIN

INTERNATIONAL ARTISTS INFO BERLIN

Mit dem Projekt International Artists Information Berlin unterstützt touring artists Künstler*innen, Kreative und Kulturschaffende, die ihre Heimatländer aufgrund der politischen Situation verlassen mussten und nun in Deutschland leben. Wir bieten Orientierung in der deutschen Kulturlandschaft und insbesondere in der Berliner Kulturszene. Wir erläutern den rechtlichen Rahmen für künstlerische Tätigkeiten in Deutschland und die Voraussetzungen, um hier als Künstler*in oder Kreative*r arbeiten zu können – vor allem auch für Akteur*innen aus Ländern außerhalb der EU. Wir weisen den Weg durch die deutsche Administration und helfen dabei, den richtigen Ansprechpartner zu finden. All das, um Künstler*innen und Kreativen die Fortsetzung der eigenen Arbeit in Deutschland zu erleichtern.

touring artists/IAIB stellt Online-Informationen in drei Sprachen (Englisch, Arabisch, Deutsch) zur Verfügung, bspw. zum Thema “Aufenthaltsstatus und Zugang zum Arbeitsmarkt”. Der Informationspool wird nach und nach erweitert.
Außerdem bietet touring artists/IAIB individuelle Beratungen per Telefon, E-Mail oder persönlich in Berlin an. Anfragen für einen Beratungstermin können per E-Mail an beratung[at]touring-artists.info gestellt werden.
Sowohl das Informationsportal als auch die Beratungen sind kostenfrei und für Künstler*innen, Kreative und Kulturschaffende jeglicher Sparten und Herkunft zugänglich.

Weitere Informationen finden sich hier.

touring artists/International Artists Info Berlin ist eine Kooperation des Deutschen Zentrums des Internationalen Theaterinstituts (ITI) und der Internationalen Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK) mit SMartDe – Netzwerk für Kreative e.V. und der Universität der Künste Berlin – Berlin Career College. Es wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin im Rahmen des Projekts „Weltoffenes Berlin“.

Interview zum Pilotprojekt “Lots*innen in die freie Szene Berlin”

Mit Linde Nadiani (Projektkoordinatorin Lots*innen beim PAP), Moritz Malsch (Schreiben & leben der Lettrétage), Nina Korolewski (Künstler*innenberatung im Kulturwerk des bbk berlin) und Kirsten Grebasch (Music Pool Beratung).

Liebe Linde Nadiani,
beim Performing Arts Programm des LAFT Berlin habt Ihr das Pilotprojekt „Lots*innen in die freie Szene Berlin“ gestartet. Damit möchtet Ihr es neu ankommenden transnationalen Künstler*innen und Kulturschaffenden ermöglichen, schneller im Berliner Kulturbetrieb Fuß zu fassen und sich mit den Kunst-Communities zu vernetzen. Wie funktioniert das Lots*innen-Programm und was ist Eure Motivation beim PAP, mit der Ihr das Programm gestartet habt?

Linde Nadiani: „Lots*innen in die freie Szene Berlin“ setzt sich aus mehreren kostenfreien Angeboten für transnationale Künstler*innen und Kulturschaffende zusammen: Ein mehrsprachiges Beratungsangebot, regelmäßige sprachraumspezifische Informationsveranstaltungen sowie eine multilinguale Printbroschüre zu bestehenden Berliner Beratungsangeboten und Netzwerken (erscheint im November 2019). Die Einzelberatungen und Info-Veranstaltungen werden von unseren sieben Lots*innen ausgerichtet. Dies ermöglicht neu in Berlin angekommenen Künstler*innen und Kulturschaffenden, sich mit erfahrenen Kolleg*innen aus den gleichen Sprachräumen auszutauschen und schneller an benötigte Informationen rund um das Thema Freiberuflichkeit und künstlerische Praxis in Berlin zu gelangen.  Ein weiteres Angebot richtet sich an Berater*innen und Mitarbeiter*innen von Berliner Beratungsstrukturen: In Fortbildungen werden Themen wie Anti-Diskriminierungswerkzeuge und unbewusste Ausschlussmechanismen gemeinsam diskutiert sowie rechtliche Grundlagen rund um Aufenthaltsrecht, Arbeitserlaubnisse und ähnliches vermittelt.

Das Performing Arts Programm bietet bereits seit Jahren ein breites Beratungs- und Vernetzungsangebot für freie Darstellende Künstler*innen an. Im Austausch mit den Kolleg*innen aus den anderen Sparten ist uns bewusst geworden, dass es in Berlin aktuell durchaus Unterstützungsangebote aus der freien Szene für Künstler*innen gibt, diese Informationen jedoch noch nicht gebündelt und multilingual zur Verfügung stehen bzw. nur mit ausreichenden Deutsch- und/oder Englischkenntnissen recherchierbar sind. Dadurch werden Personen von den Angeboten ungewollt ausgeschlossen und der Zugang zur Szene erschwert.  Aus dieser Erkenntnis heraus haben wir uns mit drei weiteren Beratungsstrukturen zusammengeschlossen und gemeinsam das Pilotprojekt entwickelt, welches wir durch eine Förderung im Rahmen des Programms „Weltoffenes Berlin 2019" der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa umsetzen können.

„Lots*innen in die freie Szene Berlin“ ist eine Kooperation des PAP mit Schreiben & leben der Lettrétage, Music Pool Berlin und der Künstler*innenberatung im Kulturwerk des bbk berlin GmbH. Wir fragen die Projektpartner*innen nach ihren Beweggründen für die Zusammenarbeit im Projekt.

Lieber Moritz Malsch,
mit Schreiben & leben kooperiert Ihr im Lots*innen-Programm. Mit welchen spezifischen Herausforderungen sind Autor*innen, Übersetzer*innen, Lektor*innen oder auch freie Literaturveranstalter*innen konfrontiert, die aus anderen Ländern – freiwillig oder nicht – in Berlin ankommen und sich hier eine berufliche Perspektive erhoffen? Welche Art von Unterstützung seitens des Berliner Literaturbetriebs ist sinnvoll?

Moritz Malsch: Es liegt auf der Hand, dass die künstlerische Arbeit in unserer Sparte mehr als in anderen Kunstsparten sprachgebunden ist und damit auch Sprachbarrieren unterliegt. Das betrifft die künstlerische Arbeit selbst ebenso wie Fördermöglichkeiten und die Antragsstellung. Stipendien und Preise werden traditionellerweise an Autor*innen vergeben, die auf Deutsch schreiben – das Arbeitsstipendium für nichtdeutsche Literatur ist hier bislang eine rühmliche Ausnahme. Förderanträge müssen in der Regel auf Deutsch geschrieben werden, und Förderbedingungen werden oftmals in schon für Muttersprachler*innen schwer verständlichem Amtsdeutsch veröffentlicht. Und wenn ich in einer Muttersprache schreibe, für die es im deutschen Literaturbetrieb wenige Sprecher*innen und wenige Übersetzer*innen gibt, die ich aber zugleich aus politischen Gründen in meinem Heimatland nicht veröffentlichen kann, dann sitze ich zwischen den Stühlen. Dasselbe gilt, wenn ich auf Übersetzungsförderung aus dem Heimatland angewiesen bin – vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass auf dem deutschen Buchmarkt viele skandinavische, aber nur sehr wenige afrikanische Autor*innen vertreten sind.

Einige positive Lösungsansätze gibt es bereits: Neben dem bereits erwähnten Arbeitsstipendium für nichtdeutsche Literatur helfen auch das Programm „Weltoffenes Berlin“ oder Projekte wie Stadtsprachen und Parataxe. Unser Lots*innenprojekt sollte über die bestehenden Beratungsstrukturen verstetigt werden. Wünschenswert wäre darüber hinaus, das gesamte Fördersystem im Hinblick auf eine Öffnung für transnationale Literat*innen zu überdenken. Sehr hilfreich wäre ein modern gestaltetes Landesarbeitsstipendium für literarische Übersetzer*innen für beide Sprachrichtungen. Auch eine gezielte Verlags- / Übersetzungsförderung könnte es den Berliner Verlagen ermöglichen, mehr transnationale Autor*innen in ihr Programm aufzunehmen. Für die stadtgesellschaftliche Selbstvergewisserung und Verständigung wäre das ein großer Gewinn.

Liebe Nina Korolewski,
die Künstler*innenberatung im Kulturwerk des bbk berlin kooperiert ebenfalls im Lots*innen-Programm. Auch von Dir möchten wir wissen, welche Situation Neuankommende im Berliner Kunst-Betrieb vorfinden und mit welchen Herausforderungen oder auch Chancen speziell Bildende Künstler*innen umgehen müssen? Welche Art von Unterstützung aus der Kunstszene heraus ist sinnvoll?

Nina Korolewski: Sicherlich gilt für die meisten Sparten, dass die Berliner Kunstszene von jeher sehr international war; dies ist auch einer der Gründe, warum weiterhin Künstler*innen aus aller Welt nach Berlin kommen. Gerade Bildende Künstler*innen finden mit den Werkstätten des Kulturwerks, dem Atelierprogramm und dem Büro für Kunst im öffentlichen Raum eine Infrastruktur zur künstlerischen Produktion vor, die geradezu einzigartig ist. Allerdings hat sich die Lage in den letzten Jahren stark gewandelt und Ateliernotstand, unzureichende Förder- und Unterstützungsstrukturen und steigende Mieten treffen natürlich auch die „Neuankömmlinge“. So kommt es zu der geradezu absurden Situation, dass, wer als Bildende*r Künstler*in neu nach Berlin kommt, auf der einen Seite die vitale Kunstszene mit den vielen Ausstellungs- und Projekträumen, den kommunalen Einrichtungen und Kunstvereinen erlebt. Die kommunalen Einrichtungen zahlen Ausstellungshonorare, die Rahmenbedingungen zur künstlerischen Produktion sind günstig – auf der anderen Seite aber fehlen Ateliers, fehlen ausreichend Stipendien, sind die Einrichtungen der Bildenden Kunst unterfinanziert.
Ich denke, man kann schon sagen, dass die Euphorie vom Kunststandort Berlin allmählich verfliegt und sich Ernüchterung breit macht.

Die Beratungs- und Unterstützungsstrukturen, wie sie Künstler*innenberatung im Kulturwerk und auch die Kooperationspartner*innen aus den anderen Sparten bieten, sind sicher der richtige Weg, um Neuankommenden Orientierung zu bieten. Allerdings müssten die Strukturen, auch Kooperationsstrukturen wie das Lots*innenprojekt, gestärkt werden. Bei den existenziellen Problemen im Bereich der Bildenden Kunst in Berlin bedarf es eines Signals aus der (Kultur)politik.

Liebe Kirsten Grebasch,
die Beratungsstruktur für Musiker*innen von Music Pool Berlin kooperiert auch im Lots*innen-Programm. Von Dir möchten wir auch gerne wissen, welche Situation Neuankommende in der Berliner Musikszene vorfinden und mit welchen Herausforderungen oder auch Chancen speziell Musiker*innen umgehen müssen? Welche Art von Unterstützung aus der Musikszene heraus ist sinnvoll?

Kirsten Grebasch: Musikschaffende in Berlin das Problem, dass sie es mit stark reglementierten und bürokratischen Strukturen zu tun bekommen und zwar auf allen Ebenen, vom Visum über die Möglichkeiten in die KSK zu kommen, sowie hinsichtlich der rechtlichen Situation mit Lizenzen, GEMA etc. Und noch bevor man sich damit auseinandersetzen kann, ist die Sprachbarriere das größte Hindernis. Selbst wenn man sich mit seinem Instrument in Berlin einfach auf die Straße stellen will, bekommt man je nach Bezirk Probleme, wenn man dafür keine Erlaubnis hat. Es bedarf also zunächst einer Bestandsaufnahme, inwieweit sich der Neuankömmling in den Strukturen schon auskennt und danach folgt ein individuelles Abarbeiten der wichtigsten Punkte für den Einstieg. Bei all dem ist man vom Musikmachen selbst erst einmal ziemlich weit entfernt. Deswegen ist es so wichtig, dass Neuankommende gleichzeitig die Möglichkeit haben, die verschiedenen musikalischen Szenen in Berlin kennenzulernen. Wir versuchen als Music Pool Berlin, bspw. mit kostenlosen monatlichen Netzwerkabenden in verschiedenen Bars und Clubs der Stadt einen niedrigschwelligen Zugang zu diesen Szenen zu gewährleisten. Gleiches wird mit den Informationsabenden im Lots*innen-Programm versucht.

Und zum Schluss eine Frage an Euch vier: Wie vernetzt Ihr Euch mit der Zielgruppe – oder finden die Künstler*innen und Kulturschaffenden sowieso ihren Weg zu Euch? Wart Ihr bereits vor dem Projekt mit Akteur*innen aus Krisenländern in Kontakt?

Nina: Das Büro für Künstlerberatung ist ja nur eines der Angebote des Kulturwerks und auch das bildungswerk des bbk berlin spricht explizit Bildende Künstler*innen an. So sind wir zumeist erste Anlaufstelle und die Nachfrage internationaler Bildender Künstler*innen nach Beratung übersteigt bei weitem das Angebot. Dabei haben wir schon immer auch Bildende Künstler*innen aus Krisenländern beraten, denn ein Großteil kommt nach Berlin, weil die künstlerische Freiheit in ihrem Heimatland eingeschränkt ist – wenn auch in unterschiedlichem Maße. Und so ist ja auch die Zielgruppe des Programms „Weltoffenes Berlin“ bewusst sehr weit gefasst.
Allerdings gibt es neben der Sprachbarriere auch Berührungsängste oder schlicht Unkenntnis der bestehenden Beratungsstrukturen, die es innerhalb der freien Szene gibt. Hier setzt das Lots*innenprojekt an.

Moritz: Die Beratungen und andere Angebote so zu bewerben, dass sie die Zielgruppe der transnationalen Literat*innen erreichen, bleibt eine ständige Herausforderung. Oft stoßen als erste diejenigen auf unsere Angebote, die ohnehin schon relativ gut vernetzt und etabliert sind. Diejenigen, die die Hilfe am dringendsten benötigen, haben es schwerer, uns zu finden. Wenn man sich das bewusst macht und proaktiv auf bestimmte Gruppen und Multiplikatoren zugeht, dann kann man hier viel erreichen.

Kirsten: Es ist richtig, dass uns zumeist diejenigen finden, die schon gewisse Anfangsschwierigkeiten in Berlin überwunden haben und zumindest Englisch sprechen – wir führen sowohl die Beratungen, als auch Workshops und Netzwerkabende zu 50% in Englisch durch. Durch das Lots*innenprogramm ist jetzt die Chance da, auch denjenigen zu helfen, die bisher von unseren Veranstaltungen aufgrund der Sprachbarriere ausgeschlossen waren. Auch die Vernetzung der Beratungsstrukturen, die am Lots*innenprojekt teilnehmen, ermöglicht den Neuankommenden vielfältigere Einstiegsmöglichkeiten ins kulturelle Leben Berlins und ist nicht zuletzt auch für uns ein großer Gewinn.

Linde: In den freien darstellenden Künsten sind sprachübergreifende Kooperationen weit verbreitet, bei vielen Spielstätten und Künstler*innen bildet ein transnationaler Ansatz eine wichtige Grundlage ihrer Arbeit. Daher bestehen im PAP bereits seit längerem Kontakte zu Akteur*innen aus den sogenannten Krisenländern. Allerdings handelt es sich auch hier meist um diejenigen, die bereits über die sprachlichen sowie strukturellen Grundlagen für eine Vernetzung verfügen.  Die Ansprache der Zielgruppe ist daher nach wie vor die größte Herausforderung für das Lots*innen-Projekt. Unsere Lots*innen haben die wichtige Aufgabe, die Angebote in die jeweiligen Communities und Netzwerke zu kommunizieren. Durch die Verbreitung von mehrsprachigen Info-Materialien an relevanten Orten in der Szene sowie der Direktansprache via sozialer Medien hoffen wir, möglichst viele Personen zu erreichen und somit als Multiplikatoren gewinnen zu können. Zudem erhoffen wir uns über das Projekt hinaus eine dauerhafte Einbindung der Lots*innen in die beteiligten Beratungs- und Unterstützungsstrukturen,  um eine eigenbestimmte Gestaltung und Ausführung der Angebote durch die transnationalen Künstler*innen und Kulturschaffenden selbst möglich zu machen und die gesellschaftliche Vielfalt auch in den Beratungsstrukturen der freien Szene noch besser abzubilden.

Vielen Dank, dass Ihr Euch Zeit genommen habt. Weiterhin alles Gute für das Lots*innen-Programm!


Moritz Malsch: geboren 1976 in Berlin, studierte Neuere Deutsche Philologie und Musikwissenschaft an der TU Berlin. 2004 bis 2005 Lektor der Schwartzkopff Buchwerke Berlin, seit Anfang 2006 freiberuflich als Lektor und Übersetzer für diverse Verlage tätig. Gründete im Oktober 2006 zusammen mit Katharina Deloglu und Tom Bresemann das Literaturhaus Lettrétage, 2016 initiierte er das Beratungsangebot für literarische Urheber*innen.

Kirsten Grebasch ist seit 2013 Projektmanagerin bei Music Pool Berlin, ein vom Musicboard und dem Europäischen Sozialfonds gefördertes Projekt, das die musikwirtschaftliche Expertise in Berlin für interessierte Musikschaffende in Beratungsgesprächen, Workshops und Netzwerkabenden verfügbar macht. Sie ist Mitglied des all2gethernow e.V., Plattform für neue Strategien in Musikkultur und Musikwirtschaft. Zudem ist sie seit November 2018 Mitglied des Vorstandes im Bundesverband Popularmusik.

Nina Korolewski leitet die Geschäftsstelle des berufsverband bildender künstler*innen berlin e.V. und seit 2014 das Büro für Künstlerberatung (Office for artist consulting) im Kulturwerk des bbk berlin GmbH. Das Büro berät internationale Bildende Künstler*innen, die neu nach Berlin kommen. Zum Kulturwerk gehören darüber hinaus die Bildhauerwerkstatt, die Druck- und Medienwerkstatt, das Büro für Kunst im öffentlichen Raum und das Atelierbüro.

Linde Nadiani: geboren 1987 in Faenza, Italien, studierte Germanistik und Amerikanistik an der Universität Bologna und anschließend Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft am Peter Szondi-Institut der Freien Universität Berlin. Sie ist als Kulturmanagerin und Musikerin aktiv. Im Auftrag des Literaturhauses Lettrétage leitete sie u. a. die europaweite OMNIBUS Reading Tour. Seit 2019 koordiniert sie das Projekt Lots*innen in die freie Szene Berlin.


TOURING ARTISTS FAVOURITES

Mit dem Schwerpunkt dieses Newsletters auf unser Projekt International Artists Info Berlin (IAIB) fokussieren wir auch in der Rubrik TOURING ARTISTS FAVOURITES Berliner Projekte. Es gibt zahlreiche nennenswerte und interessante Initiativen in der Stadt - und bundesweit selbstverständlich noch viel mehr -, die aber unmöglich alle hier genannt werden können. Die FAVOURITES sind als eine sehr kleine Auswahl an Projekten und Initiativen zu verstehen, die wir bemerkenswert finden.

Weltoffenes Berlin - Fellow-Programm
Mit dem Programm für Wirtschaftsfreiheit und kulturelle Freiheit unterstützt die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa professionelle Kunst-, Medien- und Kulturschaffende, die ihre bisherigen Aufenthaltsländer verlassen müssen oder wollen, um eine berufliche Perspektive in der Kunst- und Kulturszene Berlins zu finden. Neben dem Förderprogramm Beratung, Unterstützung und Vernetzung für transnationale Kunst-, Medien- und Kulturschaffende, in dessen Rahmen auch touring artists/IAIB gefördert wird, werden in dem Fellowship-Programm einjährige Zusammenarbeiten zwischen Künstler*innen und Kreativen auf der einen und Berliner Kulturinstitutionen auf der anderer Seite unterstützt. Die ausgewählten Tandems für das Jahr 2020 stehen in Kürze fest. Weitere Infos zum Programm hier.

Musikarbeitsmarkt transnational - Information über den Berliner Musikarbeitsmarkt
Der Landesmusikrat Berlin bietet mehrsprachige Beratung und persönliche Begleitung für neu in Berlin ankommende Musiker*innen aus Krisenländern an. Das Themenspektrum spannt sich von der Anerkennung von Abschlüssen, Existenzgründung, über musikalische Bildungsstrukturen bis zur Beantragung von Fördergeldern etc.
Beratungen finden auf Deutsch, Englisch und Arabisch statt; Termine werden per E-Mail vergeben.
Informationen finden sich auf der Website des Landesmusikrates.

Lots*innen in die Freie Szene Berlin
Die Lots*innen des Pilotprojektes wollen es transnationalen Künstler*innen und Kulturschaffenden ermöglichen, schneller im Berliner Kulturbetrieb Fuß zu fassen. In Einzelberatungen und Begleitungen wird die Vernetzung mit der freien Szene unterstützt und ein Überblick über bestehende Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangebote gegeben.
Das Projekt ist eine Kooperation des Performing Arts Programm des LAFT Berlin mit den Beratungsstrukturen Schreiben & leben der Lettrétage, Music Pool Berlin und der Künstler*innenberatung im Kulturwerk des bbk berlin GmbH.
Mehr dazu ist auf der Website des Performing Arts Programm Berlin zu erfahren.

Willkommenszentrum Berlin
Das Willkommenszentrum Berlin des Berliner Senats für neu ankommende Zugewanderte im Land Berlin bietet eine Orientierungsberatung, aufenthalts- und sozialrechtliche Beratungen sowie auch Beratungen zum Arbeitsmarktzugang an. Die Berater*innen werden von Dolmetscher*innen unterstützt. Online stehen Informationen zu den Themen Ankommen, Wohnen, Familie, Arbeit und Bildung etc. zur Verfügung sowie auch ein umfassendes Glossar.
Außerdem werden Fortbildungen im Bereich des Migrationsrechts und der Migrationsberatung organisiert; Zielgruppe sind Mitarbeitende von nichtstaatlichen Beratungsstellen. Die Teilnahme an den Fortbildungen ist in der Regel kostenlos, das aktuelle Programm findet sich auf der Website.

Berliner Beratungszentrum für Migration und Gute Arbeit BEMA
Das BEMA unterstützt zugewanderte Menschen dabei, ihre Arbeits- und Sozialrechte wahrzunehmen. Ziel ist die Gleichbehandlung aller Berliner*innen - unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsstatus, insbesondere bezüglich der Rechte auf dem Arbeitsmarkt und im Bereich der sozialen Sicherung. Praxiserfahrungen werden in die Gewerkschaften, Wissenschaft, Behörden und Politik gespiegelt.
Ratsuchende werden während und nach dem Migrationsprozess in Fragen des Sozial- und Arbeitsrechts sowie in verbundenen Themen anderer Rechtsgebiete (Aufenthalts- und Freizügigkeitsrecht, Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Qualifikationen) unterstützt.

Handbook Germany
Die Seite Handbook Germany ist ein Projekt der neuen deutschen medienmacher*innen in Zusammenarbeit mit dem BAMF und einigen Medienpartner*innen. Sie richtet sich in sieben verschiedenen Sprachen an Geflüchtete. In kurzen Videos werden Fragen aus den Bereichen "Rechte & Gesetze", "Leben", "Lernen" und "Arbeiten" beantwortet. Zudem stellt die Seite Informationen und Adressen zu Ansprechpartner*innen in insgesamt 22 deutschen Städten bereit. 

GUT ZU WISSEN! UND AKTUELLES

touring artists/IAIB Workshop “Verträge gestalten” am 13. Dezember 2019 in Berlin
Welche Vertragsarten gibt es? Was muss schriftlich festgehalten werden? Und was ist in der Ausgestaltung von Verträgen zu beachten? Sebastian Hoffmann vom touring artists Beratungsangebot gibt praktische Hinweise zu den Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit von Berliner Kultureinrichtungen und Kunst-, Kultur- und Medienschaffenden aus Krisenländern und gibt eine Einführung in die Themenbereiche Aufenthaltsstatus, Vertragsarten und Sozialversicherung.
Weitere Informationen folgen in Kürze auf Facebook und auf unserer Website. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Felix Sodemann: projekt2@iti-germany.de 

Selbstständige Tätigkeit: geflüchtete Künstler*innen und Kulturschaffende - wer kann beauftragt oder engagiert werden?
Ob einem*r Künstler*in die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit möglich ist, hängt vom Aufenthaltsstatus ab. Dies ist den Aufenthaltspapieren bzw. den Nebenbestimmungen zu entnehmen. Bei den elektronischen Aufenthaltstiteln, die mittlerweile in vielen Bundesländern genutzt werden, sind die Nebenbestimmungen im Chip gespeichert und werden auf ein Zusatzblatt gedruckt. Ein*e Auftraggeber*in sollte die Papiere einsehen, um Sicherheit zu haben.

  • Anerkannte Asylbewerber*innen mit einer Aufenthaltserlaubnis oder einer Niederlassungserlaubnis haben vollen Zugang zum Arbeitsmarkt. Sie dürfen entsprechend auch einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen. In den Aufenthaltspapieren bzw. den Nebenbestimmungen findet sich der Hinweis „Erwerbstätigkeit gestattet“. In Einzelfällen ist den Aufenthaltspapieren der Hinweis „Beschäftigung gestattet. Selbstständigkeit nach Erlaubnis der Ausländerbehörde gestattet.“ zu entnehmen. In diesem Fall muss die Erlaubnis zur Selbstständigkeit bei der Ausländerbehörde beantragt werden.
  • Bei Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis, die nicht aufgrund eines anerkannten Asylgesuchs ausgestellt wurde, finden sich Hinweise zur Erlaubnis für eine selbstständige Tätigkeit in den Aufenthaltspapieren bzw. den Nebenbestimmungen (bspw. § 21 AufenthG – Selbständige Tätigkeit). Sie müssen die Selbstständigkeit in den meisten Fällen erst beantragen.
  • Asylsuchende mit einer Aufenthaltsgestattung oder Personen mit einer Duldung dürfen keiner selbstständigen Tätigkeit nachgehen.

Wenn eine Erlaubnis für eine selbstständige Tätigkeit eingeholt werden muss, ist die Ausländerbehörde zuständig. Für den Antrag zur Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit muss der Ausländerbehörde aufgezeigt werden, dass die Selbstständigkeit tragfähig sein wird. Wie diese Nachweise zu erbringen sind, legen die Behörden selbst fest, es gibt dafür keine bundesweit einheitliche Form. Für eine Erlaubnis ist es hilfreich, dass die beantragende Person der Ausländerbehörde konkrete Angebote für Engagements oder einen Auftrag vorlegt. (Quelle: touring artists/IAIB)

Angebote der Berliner Kunstuniversitäten für Künstler*innen aus Krisenländern

  • weißensee kunsthochschule berlin: *foundationClass
    Informationen hier und hier.
  • Universität der Künste Berlin, Berlin Career College: Artist Training for Professionals
    Informationen hier.


Martin Roth-Initiative
Die Martin Roth-Initiative schützt Kunst- und Kulturschaffende, die sich in ihrem Heimatland für die Freiheit der Kunst, Demokratie und Menschenrechte engagieren, indem sie temporäre Schutzaufenthalte in Deutschland oder in Drittstaaten ermöglicht. Weitere Infos hier.

TOURING ARTISTS
NEUIGKEITEN

Musterverträge Darstellende Kunst auf touring-artists.info
Auf der Seite Künstlerstatus und Verträge finden sich jetzt kommentierte Musterverträge für den Bereich Darstellende Kunst: Gastspielvertrag, Koproduktionsvertrag, Residenzvertrag - auf Deutsch und Englisch. Die Verträge enthalten Hinweise, die besonders für den Vertragsabschluss zwischen Partnern aus unterschiedlichen Ländern relevant sind.
 
Informationen für den Musiksektor
touring artists startete als Informationsportal mit Fokus auf die Darstellende und Bildenden Kunst; seit 2017 öffnet sich das Angebot immer mehr auch anderen Sparten in Kunst, Kultur und dem Kreativsektor. Dabei arbeitet touring artists mit verschiedenen Expert*innen und Partner*innen zusammen. In Zusammenarbeit mit dem Europäischen Musikrat konnten nun neue Informationen speziell  für Akteur*innen des Musiksektor online gestellt werden:
Unter Musik in Deutschland findet sich ein Überblick über die Musiklandschaft in Deutschland. Spezifische Aspekte und Fragestellungen werden in den Bereichen Künstlerstatus und Verträge und (in Kürze) Transport und Zoll erörtert; der Bereich Infoportale wurde ergänzt.
Das touring artists Beratungsangebot steht Künstler*innen und Kreativen aller Sparten zur Verfügung und wird auch von Musiker*innen und Akteur*innen des Musiksektors genutzt.

Informationen zum Brexit
Der Brexit, in welcher Form auch immer, scheint unabwendbar. touring artists wird sich der Fragen von Künstler*innen und Kreativen diesbezüglich annehmen und zusammen mit Partnerorganisationen in Großbritannien versuchen, Antworten zu finden und Hilfestellung geben.
Vorerst findet sich hier eine Sammlung von Artikeln, die sich mit den möglichen Folgen des Brexit für den Kunst- und Kultursektor befassen.

Übergänge/ Nachbarschaft – Klausurwochenende am 15. /16. November 2019 im Kloster Bentlage bei Rheine
Entlang der Übergänge zwischen den europäischen Nachbarländern gibt es viele dezentrale Künstler*innenprojekte, die über eine hohe lokale und grenzüberschreitende Vernetzung verfügen. Dieser künstlerische Austausch über Grenzen hinweg kann entscheidend zum kulturellen und politischen Zusammenhalt in Europa beitragen. In der EUREGIO zwischen Deutschland und den Niederlanden arbeitet auch das Kloster Bentlage. An zwei Tagen wird dort über den grenzüberschreitenden Künstler*innenaustausch und die regionalen Besonderheiten solcher Kooperationen diskutiert. Herausgearbeitet werden soll auch, welche Fördermöglichkeiten und insbesondere EU-Mittel es für die regionale Kooperation unter Künstler*innen aus benachbarten Ländern gibt.
Teil der Veranstaltung ist auch ein touring artists Workshop in Kooperation mit DutchCulture (auf Deutsch und Niederländisch) zur internationalen Mobilität von Künstler*innen statt: Welche Hürden bestehen (Stichwort Steuern, Sozialversicherung, …)? Was leisten die europäischen Mobility Info Points?
Das Wochenende bildet den Abschluss der Veranstaltungsreihe „Übergänge/ Nachbarschaft“, in welcher sich die Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste in 2019 der grenzüberschreitenden Arbeit von Künstler*innen an den Übergängen Deutschlands zu seinen Nachbarländern widmet. Detaillierte Informationen finden sich hier.

Über touring artists Workshops und Seminare sowie über Veranstaltungen von Partnerorganisationen, bei denen touring artists vor Ort ist, informieren wir regelmäßig auf Facebook.

AKTUELLES

AKTUELLE GESETZESÄNDERUNGEN IN DEUTSCHLAND & IM AUSLAND

Künstlersozialabgabesatz auch in 2020 bei 4,2 %
Der Abgabesatz zur Künstlersozialversicherung wird im Jahr 2020 weiterhin 4,2 Prozent betragen und bleibt damit stabil. Unternehmen, die künstlerische oder publizistische Leistungen in Anspruch nehmen und verwerten, müssen unter bestimmten Voraussetzungen die Künstlersozialabgabe bezahlen. Informationen dazu finden sich bei touring artists hier.
 
Mindestlohn steigt in 2020
2019 stieg der gesetzliche Mindestlohn auf 9,19 Euro pro Stunde. Ab dem 01. Januar 2020 steigt er auf 9,35 Euro pro Stunde. In Deutschland gilt der gesetzliche Mindestlohn seit dem 1. Januar 2018 ohne Einschränkungen. Informationen dazu und zu den Regelungen für Praktika bietet touring artists hier.

A1-Bescheinigungen - elektronisches Antragsverfahren
Seit dem 1. Juli 2019 können Arbeitgeber*innen Anträge für A1-Bescheinigungen für Entsendungen innerhalb der EU, des EWR und in die Schweiz nur noch elektronisch an die Krankenkassen senden. Der ausgefüllte Fragebogen kann bspw. über die Ausfüllhilfe sv.net an den Sozialversicherungsträger gesendet werden. Die Bescheinigung wird dann auf dem selben Weg zugestellt.
Mit einer A1-Bescheinigung kann bei befristeten Arbeitsaufenthalten im EU-Ausland (auch EWR und Schweiz) nachgewiesen werden, dass die*der Arbeitnehmer*in im Heimatland sozialversichert ist.
Mehr Information zu Entsendung und Sozialversicherung im Ausland auf touring artists hier.


EU KULTURPOLITIK

Kreatives Europa Arbeitsprogramm 2020
Im August wurde das Arbeitsprogramm 2020 Kreatives Europa vorgelegt. Der Bereich Kreatives Europa KULTUR ist im nächsten Jahr mit rund 78,8 Millionen Euro ausgestattet. Ein Großteil der Mittel wird für die Unterstützung von Kooperationsprojekten aufgewendet; weiterhin gefördert werden literarische Übersetzungsprojekte, Netzwerke und Plattformen, Sondermaßnahmen (EU-Preise), Kulturhauptstädte Europas, Europäisches Kulturerbe-Siegel, Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen sowie die Förderung von Musik und kulturellem Erbe.
Zwei neue Maßnahmen sind vorgesehen: die „Verbreitung europäischer darstellender Kunst“ und eine „Unterstützung für den Theatersektor“ (Ausschreibungen dazu werden voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte erfolgen).

Im Bereich der internationalen Mobilität wurde im letzten Jahr das Mobilitätsprogramm i-Portunus für Künstler*innen und Kulturschaffende als Pilotprogramm aufgesetzt - für das Programm i-Portunus, durchgeführt von einem Konsortium unter der Federführung des Goethe Instituts, ist die dritte und letzte Antragsrunde gerade zu Ende gegangen. Bis zum 27. September 2019 lief ein zweiter Call for Proposals der Kommission, der zum Ziel hat, in der Folge von i-Portunus weitere Maßnahmen zur Förderung der Künstler*innenmobilität zu entwickeln und zu testen. In 2020 werden die Ergebnisse ausgewertet mit dem Ziel, ein Mobilitätsprogramm für Künstler*innen und Kulturschaffende zu entwickeln, welches ab 2021 Teil der EU-Kulturförderung, d.h. des Creative Europe Programms 2021-2027, sein wird.

Der Creative Europe Desk Kultur hat eine kurze Zusammenfassung der Schwerpunkte des Arbeitsprogramms 2020 auf der Website veröffentlicht. 

Europäische Kulturhauptstädte 2020

Im Jahr 2020 werden Rijeka (Kroatien) und Galway (Irland) Kulturhauptstädte Europas sein. Viele Programme laufen bereits jetzt, Informationen dazu finden sich auf den offiziellen Websites: https://rijeka2020.eu/ und https://galway2020.ie/.

Bring back culture!

Die Präsidentin der Europäischen Kommission hat die zukünftigen Kommissar*innen und deren Geschäftsbereiche bekannt gegeben. Die EU-Kulturförderung ist zusammen mit Jugend, Forschung, Sport, Bildung etc. bei der designierten Kommissarin Mariya Gabriel (Bulgarien) angesiedelt. Der Titel der Generaldirektion soll “Innovation and Youth“ lauten – der Begriff Kultur fehlt jedoch.
Culture Action Europe hat eine Kampagne gestartet, um die Kommissionspräsidentin dazu zu bewegen, den Bereich umzubenennen in “Innovation, Youth and Culture”. Weitere Informationen zur Kampagne und der Aufruf sind hier zu finden.

Kultur in Europa stärken: ITI- und IGBK-Brief an die deutschen Abgeordneten im Europaparlament
Kultur als festen Bestandteil in den Prioritäten des Europäischen Parlaments (EP) zu verankern, ist eine der Kernforderungen, mit der sich das deutsche ITI-Zentrum und die Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK) in einem gemeinsamen Schreiben an die deutschen EP-Abgeordneten wenden. Der Brief ging im Vorfeld der konstituierenden EP-Sitzung Anfang Juli an die 96 deutschen Abgeordneten des im Mai neu gewählten Europaparlaments. Der vollständige Wortlaut des Briefs hier.


AKTUELLE AUSSCHREIBUNGEN

Kreativ-Transfer: Reisekostenförderung für den Besuch internationaler Veranstaltungen
Im Rahmen des Förderprogramms Kreativ-Transfer des Dachverband Tanz Deutschland laufen derzeit mehrere Ausschreibungen zu Reisekostenförderung für Vertreter*innen von Tanz-, Theater- und Zirkuskompanien sowie für Galerist*innen und Projektraumbetreiber*innen mit Betriebssitz in Deutschland. Die Förderungen werden für den Besuch internationaler Festivals, Messen und Plattformen, die im Zeitraum 01. Dezember 2019 bzw. 01. Januar 2020 bis 30. Juni 2020 stattfinden, vergeben.
Bewerbungsfrist: 21. Oktober 2019 - Informationen

Music Moves Europe / Professionalisation and Training
"Professionalisation and Training" unterstützt Pilot-Ausbildungsprogramme für junge Musiker*innen und Fachleute im Musiksektor
Bewerbungsfrist: 31. Oktober 2019 - Informationen
Bei Fragen zur Antragstellung informiert das Team des CED Kultur.

Robert Bosch Stiftung und Literarisches Colloquium Berlin: Grenzgänger
Internationale Recherchereisen von Autor*innen, Filmemacher*innen und Fotograf*innen aus China (inkl. Taiwan, Macao, Hongkong), Indien, Indonesien, Japan und Vietnam nach Deutschland und aus dem deutschsprachigen Raum in Länder Europas, Asiens und Afrikas.
Bewerbungsfrist: 31. Oktober 2019 - Informationen

Goethe Institut: Künstlerresidenz in Gwangju
Dreimonatiger Aufenthalt in 2020 in Gwangju, Republik Korea, für Bildende Künstler*­innen (inkl. Design, Film, Performance, Media/Sound, Fotografie) aus München.
Bewerbungsfrist: 31. Oktober 2019 - Informationen

Music Moves Europe / Co-operation of Small Music Venues
"Co-operation of Small Music Venues" fördert Veranstaltungsorte für Live-Musik
Bewerbungsfrist: 15. November 2019 - Informationen
Bei Fragen zur Antragstellung informiert das Team des CED Kultur.

Theater der Welt
Städte und Bundesländer können sich über ihre Theaterinstitutionen beim deutschen Zentrum des ITI um die Ausrichtung des Festivals bewerben.
Bewerbungsfrist (erste Stufe des Bewerbungsverfahrens): 30. November 2019 - Informationen

Aktuelle Ausschreibungen zur Mobilitätsförderung finden sich auch auf der Website von On the Move. Cultural Mobility Information Network. Der monatlich erscheinende Newsletter ist in fünf Sprachen erhältlich.


VERANSTALTUNGEN, INITIATIVEN, ANKÜNDIGUNGEN, ETC.

Umfrage
Round Table Funding Structures, ein Projekt des Culture Clusters im Bosch Alumni Netzwerk, widmet sich Perspektiven internationaler Kulturförderung. Ziel ist es, den Dialog zwischen Kulturschaffenden und Förderinstitutionen zu beleben. Im ersten Schritt wurde eine Umfrage erstellt, die die Erfahrungen und Erwartungen möglichst vieler Akteur*innen im (sozio-)kulturellen Bereich sammelt. Im Rahmen des IETM Rijeka Plenary Meeting findet am 25.10.2019 ein Arbeitstreffen statt. Wer Interesse an einer Teilnahme hat, füllt bitte die Umfrage aus und wendet sich direkt an die Initiator*innen (Kontakt am Ende des Surveys). Weitere Arbeitstreffen finden voraussichtlich im Jan./Feb. 2020 in Berlin statt. Über das International Alumni Network (iac Berlin) können Reisekosten beantragt werden.   

Umfrage
Visa für Großbritannien - Umfrage für Musiker*innen und Veranstalter*innen im Musikbereich
Die Incorporated Society of Musicians in London hat die Online-Umfrage “Musicians visiting the UK to perform (from non-EEA countries)” gestartet. Die Umfrage richtet sich an Musiker*innen aus Ländern außerhalb der EU, die zu arbeitszwecken ein Visum für GB beantragt haben sowie auch an Veranstalter*innen, die Visa für Dritte beantragen. Das Antragsprozedere für unterschiedliche Visa ist dabei von Interesse.
Informationen finden sich hier; die Beantwortung der Fragen ist bis zum Ende des Jahres möglich.

Symposium
BAM!: Wege des Arbeitens im freien Musiktheater der Niederlande und Berlins am 28. September 2019
Bei der Entwicklung neuer Musiktheaterformen liegen Deutschland, die Niederlande und Belgien gleich weit vorn. Anders als in Deutschland konkurriert das freie Musiktheater in Holland und Flandern aber nicht mit Orchestern und Ensembles eines verzweigten Stadttheatersystems. Stattdessen existieren Förderstrukturen, die der freien Szene gegen Auflagen eine weit größere strukturelle Absicherung bieten. Auf dem Symposium werden  vergleichend Unterschiede und Berührungspunkte diskutiert. Es findet im Rahmen von BAM! – dem Berliner Festival für aktuelles Musiktheater statt, das vom 26. bis 29. September 2019 eine Plattform zur Präsentation heterogener Konzepte und Formate des zeitgenössischen Musiktheaters sowie zur Vernetzung der Akteur*innen schafft. Kuratiert und durchgeführt wird es vom ZMB – Zeitgenössisches Musiktheater Berlin e.V..
Ort: Volksbühne Grüner Salon, Rosa-Luxemburg-Platz 2, 10178 Berlin; mehr Informationen hier.

Jahresveranstaltung
23. bis 25. Oktober 2019: Culture -Crops- Cultural Practices in Non-urban territories – Konferenz in Konstanz/Kreuzlingen
Die Culture Action Europe Jahreskonferenz “Culture -Crops- Cultural Practices in Non-urban Territories” findet vom 23. bis 25. Oktober 2019 in Konstanz/ Kreuzlingen statt. Das Programm ist online, die Registrierung ist möglich.
Culture Crops debattiert über Kulturarbeit im ländlichen Raum und in der so genannten Peripherie: Wo beginnt und wo endet das Ländliche? Wie ist die künstlerische und kulturelle Arbeit in Randgebieten organisiert? Welche Diskrepanz besteht zwischen einer städtischen Vision des Ländlichen und der ländlichen Realität heutzutage? An einer Vielzahl von Orten in Konstanz und Kreuzlingen werden Antworten auf diese Fragen diskutiert. Außerdem stehen eine offene Projekt Agora und diverse Workshops auf dem Programm, unter anderem mit dem Creative Europe Desk zur Beantragung von EU-Mitteln für künstlerische Projekte.
Weitere Informationen zu Orten und Referent*innen und das Programm finden sich hier.

Symposium
Reisende Künstler*innen. Ein kulturpolitisches Upgrade – Symposium am 30. Oktober 2019 in Dortmund
Das Kunstland NRW verfügt über vielfältige Residenz- und Austauschprogramme für Bildende Künstler*innen. Im internationalen Vergleich wirken die Programme in ihrer inhaltlichen Ausrichtung und Struktur jedoch oft veraltet und wenig flexibel: Der digitale Wandel stellt Kommunikations- und Produktionsprozesse vor neue Herausforderungen, die realen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzent*innen müssen stärker berücksichtigt werden.
Das vom Frauenkulturbüro NRW und vom Landesbüro für bildende Kunst organisierte Symposium setzt den Fokus auf die Situation der Künstler*innen und diskutiert Themen wie die Vereinbarkeit von künstlerischem Schaffen und familiären Verpflichtungen, Stipendienmanagement, Vernetzung und finanzieller Ausstattung von Residenzprogrammen etc.
Ort: Künstlerhaus Dortmund, Sunderweg 1, 44147 Dortmund; Informationen und Anmeldung hier.

Workshop
Kreativ-Transfer: Wegweiser durch den Festivaldschungel am 20. November in Berlin
Der Workshop richtet sich an Künstler*innen sowie Produzent*innen und andere Vertreter*innen von Künstler*innen und Kompanien aller Sparten der Darstellenden Künste, die sich zur internationalen Festivallandschaft weiterbilden und austauschen möchten. Gemeinsam mit mehreren Expert*innen auf dem Gebiet sollen Wege durch den Festivaldschungel gebahnt und hilfreiche Tipps vermittelt werden und es soll sich zu Profilen diverser Festivals und Erfahrungen ausgetauscht werden – insbesondere mit Blick auf die Ausschreibungen für Reisekostenförderung im Rahmen von Kreativ-Transfer im Winter 2019/20. Weitere Infos, auch zur Anmeldung, hier.

TOURING ARTISTS BERATUNGSANGEBOT

Im Rahmen des touring artists Beratungsangebotes sind kostenfreie Einzelberatungen in Berlin oder per Telefon und E-Mail (beratung@touring-artists.info) zu internationalen Projekten und Arbeitsaufenthalten im Ausland möglich. Das Angebot ist eine Kooperation von ITI und IGBK mit DTD und SMartDe – Netzwerk für Kreative e.V.

VORSCHAU

Der nächste touring artists Newsletter erscheint im Frühjahr 2020. Wenn Sie Neuigkeiten rund um die kulturelle Mobilität über den touring artists Newsletter teilen möchten, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail (info@touring-artists.info).