Autorin: Elisabeth Schwiontek, Berlin

Bildende Kunst in Deutschland - eine Annäherung

Kunst heute: eine Positionsbestimmung

Kunst und künstlerische Positionen ließen sich noch nie auf einen Nenner bringen. Dennoch ist die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen heute weltweit so groß wie nie. Malerei, Skulptur, Fotografie, Installation, Performance, Film, netz- oder audiobasierte Arbeiten gehören ebenso dazu wie soziologische oder architektonische Experimente einer interventionistisch ausgerichteten Kunstpraxis. Neben traditionellen Vermittlungs- und Verkaufsstätten wie Museen, Galerien oder Kunstmessen sind so inzwischen auch neue Präsentations- und Verbreitungsformen entstanden, zum Beispiel temporäre Off-Spaces oder subversiv-provokante Aktionen im (virtuellen oder realen) öffentlichen Raum. 

Allein nach marktwirtschaftlichen Kriterien und den Maßgaben von Effizienz und Verwertbarkeit lässt sich Kunst nicht beurteilen. Dies ist für die Bundesrepublik Deutschland, die sich selbst als Kulturstaat versteht, von grundlegender Bedeutung, denn daraus ergibt sich die Notwendigkeit staatlicher Verantwortung. Konkret bedeutet das: finanzielle Förderung und politische Rahmenbedingungen, die Kunst und Kulturvermittlung ermöglichen. Dabei ist sowohl auf traditionelle als auch experimentelle Formen künstlerischer Produktion einzugehen. Und da künstlerische Arbeit, unabhängig von Form- oder Stilfragen, immer im Kontext gesellschaftlicher, politischer und medialer Veränderungen steht, ist eine angemessene, zeitgemäße Kunstförderung nicht festgeschrieben, sondern muss in ihren Strukturen immer wieder aktuellen Entwicklungen neu angepasst werden.

Kunst hat einen hohen ideellen Wert – und ist gleichzeitig ein Wirtschaftsgut, das gehandelt, verkauft und gekauft wird. Eine Ambivalenz, die sich auch in unterschiedlichen Grundsatzpositionen von Künstlerinnen und Künstlern widerspiegelt. Während für die einen der ästhetische Wert ihrer Arbeit im Vordergrund steht, möchten andere mit experimentellen Kunstformen und politischer Fantasie das gesellschaftliche Veränderungspotenzial von Kunst wirksam machen.

Nach oben

Kunst zeigen: Museen, Kunstvereine, Off-Spaces

Die mehr als 600 Kunstmuseen in Deutschland sind wichtige Präsentations- und Vermittlungsinstanzen für zeitgenössische Bildende Kunst. Auch öffentliche und private Ausstellungshallen oder Ausstellungshäuser, die im Gegensatz zu Museen keine eigenen Sammlungen besitzen, spielen dabei eine entscheidende Rolle. Siehe hierzu das Deutsche Museumsverzeichnis sowie Kunstmuseen und aktuelle Ausstellungen in Deutschland.

Ein Forum für die Kunst bieten auch die bundesweit rund 300 Kunstvereine, die sich durch Mitgliedsbeiträge und kommunale Kulturförderung finanzieren. Mit ihrer dezentralen Präsenz in großen und kleinen Städten sowie im ländlichen Raum sind die Kunstvereine ebenso vielfältige wie bemerkenswerte Institutionen, die vom Engagement der kunstinteressierten Menschen vor Ort getragen werden. In der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) sind diese Institutionen zusammengeschlossen.
Jenseits etablierter Einrichtungen sind in den vergangenen Jahren Off-Spaces als alternative Kunstorte entstanden. Interdisziplinäre Netzwerke von Kunstschaffenden und Kreativen organisieren und betreiben diese „Trainingslager der Subkultur“ (art-magazin), die neue Formen der Präsentation und Vermittlung künstlerischer Positionen erproben. 

Nach oben

Kunst vermitteln und verkaufen: Galerien und Messen

Privatwirtschaftlich geführte Galerien zeigen die Werke der von ihnen vertretenen Künstlerinnen und Künstler in Ausstellungen und auf Kunstmessen. Damit spielen sie eine wichtige Rolle bei der Präsentation und beim Verkauf von Kunstwerken. Der Künstler/die Künstlerin erhält einen Teil des Galerieverkaufspreises (in der Regel etwa 50 Prozent). Bei Weiterverkäufen von Kunstwerken ist aufgrund des so genannten Folgerechts eine Abgabe an die Künstlerin/den Künstler zu zahlen. Voraussetzung ist, dass die Künstlerin/der Künstler Mitglied einer Verwertungsgesellschaft ist, da Ansprüche nur durch diese geltend gemacht werden können. 

Im Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler e. V. haben sich professionelle Galerien zusammengeschlossen. Neben klassischen Galerien mit eigenen Räumen und regelmäßigen Ausstellungen versuchen inzwischen auch reine Online-Galerien, sich als Verkaufsräume von Kunst zu etablieren (siehe zum Beispiel www.artnet.com).

Gallery Weekends und Kunstmessen spielen für den Kunsthandel eine wichtige Rolle. Das Ziel, solvente Sammler anzulocken und somit den Verkauf anzukurbeln, ist umso leichter zu erreichen, je hochkarätiger die Messe bestückt ist und je attraktiver gleichzeitig stattfindende Satellitenmessen und spektakuläre Galerie-Präsentationen sind. Die traditionsreichste Kunstmesse Deutschlands ist die 1967 ins Leben gerufene, jährlich stattfindende Art Cologne

Im September 2012 fand zum ersten Mal die Berlin Art Week statt. Unter dieser Dachmarke möchten öffentliche Kulturinstitutionen zusammen mit privaten Galerien und Messen (der abc – art berlin contemporary und der Preview Berlin) ihre Aktivitäten bündeln und so gemeinsam Sammler und Kunstliebhaber anlocken.

Nach oben

Von Kunst leben: ein Patchwork von Einnahmequellen

Für die Mehrzahl von Künstlerinnen und Künstlern ist es nur schwer möglich, ausschließlich vom Verkauf von Kunstwerken zu leben. Viele sind deshalb auf zusätzliche Einnahmen, zum Beispiel Honorare aus künstlerischen Lehrtätigkeiten, angewiesen. 

Daneben werden oftmals verschiedene Förder- und Verkaufsmöglichkeiten kombiniert. Neben der öffentlichen Kunst- und Kulturförderung und dem Kunsthandel spielen dabei auch private Stiftungen, Sammlungen, Verbände und Initiativen eine wichtige Rolle. Diese Mischstruktur bei den Einkünften erfordert von Künstlerinnen und Künstlern nicht nur eine intensive Auseinandersetzung mit den jeweiligen Schwerpunkten und Modalitäten der Förderung, sondern auch ein hohes Maß an Selbstverwertungsqualitäten, Mobilität und Flexibilität.

Eine zunehmend wichtige Rolle spielen die Erwerbschancen, die sich Künstlerinnen und Künstler selbst schaffen. Eingebunden in Kommunikationsnetzwerke spezifischer kunstzentrierter Szenen entstehen zum Beispiel in Städten wie Hamburg, Köln, Berlin oder Leipzig von Künstlerinnen und Künstlern geführte Produzentengalerien oder interdisziplinäre Projektplattformen, die sowohl Inspiration und Austausch wie (wenn auch meist bescheidene) Einnahmequellen bieten. 

Künstlerinnen und Künstler, die Mitglied der Verwertungsgesellschaft (VG) Bild-Kunst sind, können daraus Vergütungen erhalten. Die Verwertungsgesellschaft, ein von Urheberinnen und Urhebern (aus den Bereichen Kunst, Fotografie und Film) gegründeter Verein, nimmt für ihre Mitglieder alle die Urheberrechte im visuellen Bereich wahr, die der Einzelne aus praktischen oder gesetzlichen Gründen nicht selbst wahrnehmen kann. Die Vergütungen für bildende Künstlerinnen und Künstler setzen sich aus der Verteilung pauschaler Urheberrechtsabgaben sowie der Lizenzierung individueller Rechte (zum Beispiel Reproduktionsrechte oder Folgerechte beim Weiterverkauf von Kunstwerken) zusammen. Der Beitritt zur VG Bild-Kunst erfolgt durch Abschluss eines Vertrages, durch den die Rechtewahrnehmung auf die Verwertungsgesellschaft übertragen wird. Die Verteilung der eingegangenen Vergütungen erfolgt nach einem Verteilungsplan, der von der Mitgliederversammlung beschlossen wird. Darin wird auch festgelegt, ob und welcher Anteil der Einkünfte für soziale oder kulturfördernde Zwecke verwendet wird.

Nach oben

Kunst und Kulturpolitik in der Bundesrepublik Deutschland: ein Blick zurück

BIS 1945

Anders als die meisten europäischen Länder entstand das 1871 gegründete Deutsche Reich aus vielen unabhängigen Feudalstaaten und Stadtrepubliken, die jeweils eigene kulturpolitische Ziele verfolgten und eine Vielzahl kultureller Institutionen wie Museen oder Theater schufen. Die Jahre der Weimarer Republik (1918/19-1933) gelten als eine der schöpferischsten und experimentierfreudigsten Epochen der deutschen Kulturgeschichte, während das nationalsozialistische Regime (1933-1945) für das Ende von Avantgarde und Moderne und für die Zentralisierung der kulturellen Vielfalt steht: Kunst wurde für die Ziele des NS-Regimes instrumentalisiert. Diese Erfahrung führte dazu, dass der Föderalismus, also dezentrale Strukturen, heute einen starken Stellenwert in Deutschland einnehmen. 

NACH 1945 - KUNST IN OST UND WEST

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden zwei deutsche Staaten: im Osten die Deutsche Demokratische Republik (DDR) und im Westen die Bundesrepublik Deutschland (BRD). Die unterschiedlichen Entstehungsbedingungen und Verbreitungswege von Kunst in Ost und West beeinflussten die Themenwahl und sind ein wichtiger Grund für die Herausbildung unterschiedlicher Formensprachen.             

Viele westdeutsche Künstlerinnen und Künstler experimentierten in den 1950er Jahren mit abstrakten Ausdrucksformen wie Informel (Kunst der Nichtform) und Tachismus (dessen französische Ausprägung) – mit Vorbildern also aus dem westlichen Ausland. Mit einer starken persönlichen Stilhandschrift konnten sich Künstler wie Emil Schumacher, Ernst Wilhelm Nay oder Rupprecht Geiger diesen Vorbildern gegenüber behaupten und so der Kunst in Deutschland weiterführende Impulse geben. Eine wichtige Rolle spielten auch Ausstellungen wie die erste documenta 1955: Man wollte an die von den Nationalsozialisten gewaltsam abgebrochene Moderne anknüpfen und die deutsche Kunst wieder in den internationalen Diskurs einbinden. 

Zur selben Zeit wurden in der DDR die Grundlagen und Regeln für eine parteikontrollierte Auftragskunst, den sozialistischen Realismus, geschaffen. Abstraktion galt als staatsfeindlich, und die Einheitspartei SED besaß ein wirksames Instrument zur Durchsetzung ihrer Kunstdoktrin: Da es keinen privaten Kunsthandel gab, steuerte die Partei die Kunstproduktion durch öffentliche Aufträge. Vor allem Bildhauerei und Monumentalgemälde dienten propagandistischen Zwecken. Stilistisch eigenständige Akzente sind in dieser Zeit vor allem in Zeichnungen und Grafiken wie zum Beispiel denen von Arno Mohr zu finden.  

Allein mit der Unterscheidung von „Staatskunst“ und subkultureller Kunst wird man der künstlerischen Produktion in der DDR allerdings nicht gerecht – zumindest dann nicht, wenn man die staatlich geförderte Kunst per se als ästhetisch minderwertig einstuft. Eine genaue Differenzierung zwischen ästhetischen Maßstäben und moralischen Urteilen bzw. Verurteilungen ist notwendig – etwa bei den Malern Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke, die seit den 1960er Jahren die von Partei und Staat geförderte Leipziger Schule prägten. Mit handwerklicher Perfektion und eigenwilliger Bildsprache machten die drei Leipzig zu einem Zentrum der Bildenden Kunst in der DDR. 

Bei allen Unterschieden gab es in Ost und West auch parallele Entwicklungen. So engagierten sich in den späten 1960er Jahren Joseph Beuys in Westdeutschland und Gerhard Altenbourg in Ostdeutschland für einen erweiterten Kunstbegriff, für die enge Verbindung von Kunst und Leben (vgl. dazu Karin Thomas: Kunst in Deutschland seit 1945, Köln 2002). 

Mit Institutionen wie Arbeiterkulturhäusern setzte die DDR-Kulturpolitik schon seit den 1950er Jahren auf neue Formen der Alltagskultur – gefördert und ideologisch kontrolliert durch den Apparat der Einheitspartei SED. Ab Mitte der 70er Jahre entwickelte sich außerhalb des offiziellen, staatlich gelenkten Kulturbetriebs eine neue Szene junger Künstlerinnen und Künstler, eine der bekanntesten war die in Berlin/Prenzlauer Berg. 

In der Bundesrepublik Deutschland sorgte die reformorientierte Neue Kulturpolitik, die Teil eines allgemeinen Demokratisierungsprozesses war, ab den 1970er Jahren für einen erweiterten Kulturbegriff. Unter dem Stichwort „Kultur für alle“ zählten nun auch soziokulturelle Aktivitäten dazu, verbunden mit dem Versuch, einer breiten Bevölkerungsschicht den Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen. 

SEIT 1990

Mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten im Jahr 1990 wurden die Verwaltungsstrukturen der alten Bundesrepublik (BRD 1949-1990) in den neuen Bundesländern (dem Gebiet der früheren DDR) übernommen. Die mit diesem Umbruch verbundenen Finanzprobleme und Strukturveränderungen – neue Rechts- und Betriebsformen, Fusionen, Schließungen – betrafen auch viele kulturelle Einrichtungen. 

Ostdeutsche Künstlerinnen und Künstler mussten sich nach der Wende den Funktionsweisen des freien Kunstmarkts anpassen und sich dabei ihrer künstlerischen Identität und ihrer Ausdrucksmöglichkeiten neu versichern. Einigen jüngeren Künstlern wie zum Beispiel den Malerinnen und Malern der Neuen Leipziger Schule gelang das mit großem internationalen Erfolg. Neo Rauch ist einer von ihnen. Seine Ausbildung hatte er noch vor der Wende bei den Leipziger Professoren Bernhard Heisig und Arno Rink erhalten. Rauchs eindringlich-rätselhafte Bilder, in denen er mit zeitlichen Überblendungen arbeitet, finden seit den 1990er Jahren große Anerkennung und reißenden Absatz.

Malerei, Skulptur, Fotografie, Multimedia-Installation, Kunst als sozialer Katalysator, als Feldforschung oder Dienstleistung: Das vielfältige Spektrum zeitgenössischer Kunstpraxis führte inzwischen zu einer Aufhebung traditioneller Mediengrenzen, wie bspw. in den Arbeiten von Thomas Demand oder documenta13-Teilnehmerin Andrea Büttner zu sehen ist. 

Nach oben

Kunst und ihre Perspektiven: aktuelle Herausforderungen

Verglichen mit dem einschneidenden Wandel in den Jahren nach der Wiedervereinigung hat sich die Kulturpolitik in den frühen Jahren des neuen Jahrtausendes stabilisiert. Die aktuellen Herausforderungen sind zum einen finanzieller Art: Als Folge der Finanzkrise sind die Einschnitte vor allem in lokalen und regionalen Kulturbudgets spürbar. Zum anderen gibt es strukturelle Defizite: Die Struktur der Kulturhaushalte hat sich seit Jahrzehnten wenig verändert, und neue Kunstformen, wie zum Beispiel interventionistische Arbeiten, entsprechen mit ihren Angeboten nicht unbedingt dem herkömmlichen Kriterienkatalog für die öffentliche Förderung. Kulturpolitik braucht also ein konzeptionelles Update, das aktuelle gesellschaftliche Veränderungen – und damit veränderte Rahmenbedingungen künstlerischer Arbeit – angemessen berücksichtigt. Als wichtiger Punkt ist hier die Digitalisierung zu nennen: Sie verändert traditionelle Modelle künstlerischer Kreativität und Produktion, herkömmliche Speicher- und Vertriebsmedien sowie Formen der Rezeption. Die Spielregeln für die digitale Welt müssen neu bestimmt werden. Vor allem ein zeitgemäßer Urheberrechtsschutz spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, denn er hat massive Auswirkungen auf die Einnahmesituation und damit die Existenzbedingungen von Künstlerinnen und Künstlern. 

Von großer Bedeutung für die Ausbildung von Künstlerinnen und Künstlern ist die Debatte um den Bologna-Prozess, dessen Ziel einheitliche Hochschulabschlüsse in Europa sind. Die Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen soll dabei eine wichtige Wegmarke sein, wird allerdings kritisch diskutiert: Der Utopie eines offenen europäischen Bildungs- und Forschungsraumes stehen Befürchtungen einer Bürokratisierung und Ökonomisierung der Ausbildung von Künstlerinnen und Künstlern entgegen. Zugleich erscheint jedoch auch die traditionelle Struktur des Kunststudiums in Deutschland mit der personalisierten Lehre in Meisterklassen als nicht mehr zeitgemäß. Zwar gehören Künstlerinnen und Künstler aus deutschen Kunsthochschulen zu den erfolgreichsten des internationalen Kunstbetriebs. Allerdings partizipiert nur ein sehr geringer Anteil der Absolventinnen und Absolventen an diesem Markt.  

Um strukturelle Defizite bei der Förderung Bildender Kunst zu beseitigen, engagieren sich deutsche Künstlerverbände für die Einführung einer Ausstellungsvergütung. Ihre Argumentation: Die Hauptnutzung von Werken der Bildenden Kunst ist die Ausstellung. Ein Erlös wird nur aus dem Verkauf des Originals erzielt, das Folgerecht sichert dem Künstler eine (minimale) Beteiligung zu, wenn das Werk weiterverkauft wird. Die Haupttätigkeit aber, die Ausstellung, bleibt unvergütet. Künstlerverbände setzen sich daher dafür ein, Ausstellungen in Museen oder anderen Ausstellungshäusern zu vergüten, zum Beispiel über eine moderate Beteiligung an Eintrittserlösen und/oder Ausstellungsetats. Kunsthandel und Galerien sollen davon vollständig ausgenommen sein. Schließlich erhält die Künstlerin /der Künstler ihre/seine Vergütung, wenn die Ausstellung ihr Ziel erreicht.  

Nicht zuletzt gilt: Die Zukunft der Kulturpolitik ist interkulturell, denn Deutschland ist ein Einwanderungsland. Im Jahr 2050 wird der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund 30 Prozent betragen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang das Ergebnis einer Studie des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) zur Frage, ob Kunst ein Integrationsfaktor sein kann. Das Ergebnis: In Deutschland lebende Künstlerinnen und Künstler mit ausländischen Wurzeln sind nicht nur akzeptiert und integriert, sondern schalten sich auch überdurchschnittlich häufig und engagiert in die kulturellen Aktivitäten der BBK-Verbände ein. (vgl. BBK-Umfrage 2011: Die soziale und wirtschaftliche Situation Bildender Künstlerinnen und Künstler 2011 / Zusatzaspekt: Migration und IntegrationInhaltsverzeichnis).

Nach oben