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Musikinstrumentenversicherung

Die Gitarre im Zug vergessen oder die Geige beim Konzert fallen gelassen?

Um für solche Fälle gut abgesichert sein, ist es Besitzer*innen von Musikinstrumenten anzuraten, eine Musikinstrumentenversicherung abzuschließen. Diese bietet eine sogenannte Allgefahrendeckung. Im Folgenden werden die wichtigsten Punkte einer solchen Versicherung erläutert.

Die Leistungen der Musikinstrumentenversicherung gehen weit über eine gewöhnliche Hausratversicherung hinaus. Bei der Hausratversicherung sind die Instrumente nur in den eigenen vier Wänden, bzw. über eine  Außenversicherung auch in anderen geschlossenen Räumen (bspw. Hotelzimmer), versichert. Da diese aber prozentual begrenzt ist, kann es bei teuren Instrumenten dazu führen, dass diese nicht ausreichend abgesichert sind.

Bei der Musikinstrumentenversicherung werden hingegen auch Transportschäden, einfacher Diebstahl oder die eigene Unachtsamkeit versichert - auf Konzerten, unterwegs oder im Proberaum.
Sie bietet Schutz für Musikinstrumente jeglicher Art sowie für das Zubehör, bspw. Musikinstrumentenbehälter, Noten oder Notenständer.

Bei der Musikinstrumentenversicherung handelt sich um eine sogenannte Allgefahrendeckung. Folgende Gefahren sind im Allgemeinen abgedeckt:

  • Beschädigung des Instruments
  • Verlust durch Diebstahl, Raub, räuberische Erpressung
  • Abhandenkommen, Liegenlassen, Vertauschen
  • Veruntreuung, Unterschlagung
  • Unfall des Transportmittels
  • Zerstörung durch Brand, Blitzschlag, Explosion
  • Zerstörung durch Wasser, Feuchtigkeit oder auch Elementarereignisse wie Sturm, Hagel, Überschwemmung

Eine gute Absicherung sollte darüber hinaus auch die folgenden Punkte berücksichtigen:

  • Versichert ist neben dem Instrument auch das Zubehör, z.B. Koffer, Taschen, Ständer, Gurte sowie Halterungen für Instrumente etc.
  • Elektronische und elektrische Zusatzgeräte (Licht- und Soundtechnik inkl. Zubehör) sind abgesichert, z. B. elektrische oder elektronische Übertragungs- und Verstärkergeräte, Lautsprecher und Mikrofone etc.
  • Erstattung des vollen Versicherungswertes bei Verlust und der Reparaturkosten bei Beschädigung.
  • Ein weltweiter Versicherungsschutz ist gegeben.

Wichtig: Die sogenannte Nachtzeitklausel ist zu beachten. Sie greift zwischen 22 und 6 Uhr. Wenn bspw. bei einer Übernachtung in diesem Zeitraum Instrumenten im PKW oder Tourbus gelassen werden (dies ist bei größeren Instrumenten oft der Fall), sind diese nicht versichert. Die Nachtzeitklausel kann gegen einen Mehrbeitrag aus der Versicherungspolice herausgenommen werden.

Wie setzt sich der Versicherungsbeitrag zusammen?

Der Beitrag der Musikinstrumentenversicherung hängt vom Wert des Instrumentes ab. Es wird meist ein Beitrag von 1,5% (zzgl. Versicherungssteuer) des Neuwertes angesetzt; dieser ist jährlich fällig. Jedoch kann der Prozentsatz von Instrument zu Instrument variieren: Bspw. ist er bei einem Kontrabass höher, da dieser aufgrund seiner Größer anfälliger für Transportschäden ist als bspw. eine Geige. Der Kaufpreis spielt eine eher untergeordnete Rolle und kommt nur bei ‚Liebhaberinstrumenten‘ (Stradivari etc.) zum Tragen. Darüber hinaus ist der Prozentsatz vom Geltungsbereich des Versicherungsschutzes (z.B. Deutschland, Europa, Welt) abhängig.

Wer sollte eine Musikinstrumentenversicherung abschließen?

Grundsätzlich ist es für die*den Einzelne*n ratsam, solche Risiken durch eine Versicherung abzudecken, die existenzbedrohend werden können. Wenn bspw. ein Verlust oder ein Schaden am Instrument dazu führt, dass die Einnahmen der*s Musiker*in einbrechen und dadurch die Existenz in Gefahr gerät, sollte ein Instrument versichert werden. Kann ein Schaden bzw. Verlust – auch finanziell – aufgefangen  werden, liegt ein Versicherungsabschluss im eigenen Ermessen.

Beispiel
Eine Band geht zum ersten Mal auf Europatournee und will ihre Musikinstrumente und das Equipment versichern lassen. Kann die Band - bspw. als GbR – eine Art Sammelversicherung abschließen? Und sollte zusätzlich eine Transportversicherung abgeschlossen werden?

Hier stellt sich die Frage: Wem gehören die Instrumente, den Künstler*innen oder der GbR? Die GbR kann für die Tour die Instrumente zwar versichern, auch wenn diese den Künstler*innen gehören, diese sind dann jedoch nur im Einsatz bei der GbR versichert. Dazu wäre eine Einzelanfrage beim Versicherer notwendig, da dies kein Standardgeschäft ist. Eine zusätzliche Transportversicherung ist nur dann sinnvoll, wenn neben den Instrumente noch weitere Gegenstände versichert werden sollen.

Zu beachten ist auf jeden Fall der räumliche Geltungsbereich (BRD, Europa, Welt, etc.) sowie auch die Nachtzeitklausel!

Information der Stiftung Warentest: Versicherungen für Musikinstrumente (8/2013)

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