Schengen Vizesi // Schengen-Visum

Schengen-Visum: Kurzer Aufenthalt (unter 90 Tagen in jedem 180-Tage-Zeitraum)

Schengen-Visa berechtigen zu Aufenthalten im gesamten Schengen-Raum von bis zu 90 Tagen je Zeitraum von 180 Tagen. Sie können maximal für fünf Jahre ausgestellt werden. Die Regelung „90 Tage in jedem 180-Tage-Zeitraum“ besagt, dass statt der bisherigen „Vorwärtsbetrachtung“ eine „flexible Rückwärtsbetrachtung“ Anwendung findet (ab Kontrolldatum zeitlich rückwärts gerechnet).
Weitere Informationen finden sich auf der Website des Auswärtigen Amtes.

Das Schengen-Visum muss bei dem Staat beantragt werden, in dem das Reiseziel liegt. Umfasst die Reise mehrere Schengen-Staaten, ist derjenige Staat für die Ausstellung zuständig, in dessen Gebiet hinsichtlich Zweck und Dauer das Hauptreiseziel liegt. Ist kein Hauptreiseziel zu bestimmen, ist das Visum bei dem Staat zu beantragen, in den zuerst gereist wird.
Werden einem Schengen-Staat gegenüber bei der Beantragung falsche Angaben zum Reiseziel gemacht oder falsche Dokumente zu Flug und Unterkunft vorgelegt, kann dies zu einer Ablehnung des Antrags führen. Auch prüft die Grenzpolizei das Visum bei der Einreise und kann ggf. die Einreise verweigern oder sogar ein Strafverfahren wegen Visumerschleichung einleiten.

Weitere Informationen und FAQ zum Schengen-Visum finden sich hier; eine Checkliste zum Schengen-Visum ist hier hinterlegt.

iDATA – Antragsstellung und Terminvergabe
Der externe Dienstleister iDATA erfasst im Auftrag der deutschen Auslandsvertretung die Daten. Die Entscheidung über einen Antrag liegt jedoch bei den Auslandsvertretungen. Bei Reisen mit Hauptreiseziel Deutschland können die Anträge in einem beliebigen iDATA-Büro eingereicht werden, dieses leitet sie automatisch an die für den Wohnort zuständige Visastelle weiter. Wer zum ersten Mal ein Visum beantragt, muss persönlich bei einem iDATA-Büro erscheinen. Antragsteller*innen, die innerhalb der letzten fünf Jahren bereits Fingerabdrücke zur Beantragung eines Schengen-Visums abgegeben haben, müssen hingegen nicht persönlich bei iDATA vorsprechen, sondern können einen Antrag auch über eine*n bevollmächtigte*n Vertreter*in einreichen. iDATA bietet ein kostenloses Terminvereinbarungssystem auf der Website an. Die Terminvereinbarung ist auf Türkisch, Deutsch und Englisch möglich. Antragsteller*innen erhalten eine Bestätigung per E-Mail und können nachträglich Termine ändern oder stornieren.

Die Informationshotline von iDATA ist zu Fragen rund um das Visum unter folgenden Telefonnummern  zu erreichen, Fragen können auf Türkisch, Deutsch und Englisch beantwortet werden.
Anrufe aus der Türkei: 08504608493 (0850460VIZE)
Anrufe aus dem Ausland: +90 212 970 8493

Befreiung von der Visumpflicht bei Dienstleistungen oder künstlerischen oder wissenschaftlichen Darbietungen
Türkische Staatsangehörige sind unter Beibehaltung des gewöhnlichen Aufenthalts in der Türkei von der Visumpflicht befreit, wenn sie sich für maximal zwei Monate in Deutschland zum Zweck der Erbringung bestimmter Dienstleistungen oder für entgeltliche künstlerische, wissenschaftliche oder sportliche Darbietungen aufhalten wollen. Vorträge und Darbietungen sollten von besonderem künstlerischem Wert sein („besonderer künstlerischer Wert“ wird definiert als international bekannte und anerkannte Künstler*innen und Künstlergruppen, deren Darbietung bzw. Vortrag sich im internationalen Vergleich von anderen Künstler*innen abhebt). Es sollte jedoch trotzdem eine (gebührenfreie) Bescheinigung für die visumfreie Einreise beantragt werden, so dass zeitaufwändige Prüfungen bei der Einreise vermieden werden. Die Visumbefreiung gleicht daher hinsichtlich des Aufwands einem Visumsantrag. Voraussetzung ist unter anderem die Einladung des Veranstalters (Original und eine Kopie) in deutscher Sprache, die Angaben zu folgenden Punkten enthält:

  • Adresse und telefonische Erreichbarkeit des Veranstalters und des Veranstaltungsorts,
  • Art und Dauer (Zeitraum) der Veranstaltung,
  • Darstellung der Funktion im Rahmen der Veranstaltung,
  • Art und Höhe der Gage/Entlohnung,
  • ersatzweise andere geeignete Nachweise über Vereinbarungen mit deutschen Stellen, z.B. Rahmenverträge.

Außerdem werden Nachweise über die berufliche Tätigkeit in der Türkei abgefragt, bei Künstler*innen können zum Beispiel die Mitgliedschaft in Künstler*innenvereinen mit Bestätigung durch das Kulturministerium o.ä. relevant sein.

Beschäftigungsaufenthalte laut BeschV § 30 mit Schengen-Visum: Voraussetzungen bei künstlerischen Aktivitäten
Nach § 30 BeschV sind Beschäftigungsaufenthalte ohne Aufenthaltstitel für bestimmte Tätigkeiten erlaubt, wenn sie maximal 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten ausgeübt werden. Dazu gehören laut § 22 BeschV künstlerische Tätigkeiten von bestimmten Berufsgruppen wie:

  • Personen einschließlich ihres Hilfspersonals, die unter Beibehaltung ihres gewöhnlichen Wohnsitzes im Ausland in Vorträgen oder in Darbietungen von besonderem wissenschaftlichen oder künstlerischen Wert in Deutschland tätig sind (wenn die Dauer der Tätigkeit 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten nicht übersteigt),
  • Personen, die im Rahmen von Festspielen oder Musik- und Kulturtagen beschäftigt oder im Rahmen von Gastspielen oder ausländischen Film- und Fernsehproduktionen entsandt werden (wenn die Dauer der Tätigkeit 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten nicht übersteigt),
  • Personen, die in Tagesdarbietungen bis zu 15 Tage im Jahr auftreten.

Neben den generell vorzulegenden Unterlagen sind – je nach Zweck der Reise – folgende Belege notwendig:

 Einladungsschreiben des Veranstalters, Vertrag oder Einladung mit folgenden Angaben:

  • Adresse und Kontaktdaten des Veranstalters und Veranstaltungsort bzw. der Räumlichkeiten in Deutschland,
  • Zeitraum und Art der Veranstaltung,
  • Name, Daten und Funktion der*s Antragsteller(s)*in,
  • gegebenenfalls Erklärung zur Übernahme der Kosten des Aufenthalts.

Arbeitnehmer*innen müssen zusätzlich folgende Dokumente vorlegen:

  • Schreiben der Arbeitgeberfirma in der Türkei und/oder Urlaubsgenehmigung
  • Bestätigung über Sozialversicherung: SGK-Eintrittsbestätigung und Aufstellung                über die bisher erreichten SGK-Zeiten (SGK Giriş und Hizmet dökümü),                     
  • falls keine SGK-Mitgliedschaft besteht, notariell beglaubigter Arbeitsvertrag.

Für Unternehmer*innen/Selbstständige:

  • Nachweis des Eintrags in das Handelsregister der Handelskammer (in Kopie, nicht älter als sechs Monate) (Ticaret veya Sanayı Odası Sicil Kayıt Süreti),
  • Veröffentlichung im Bulletin des Handelsregisters (in Kopie, Ticaret Sicil Gazetesi),
  • Steuerkarte (Vergi Levhası).

Kann ein Schengen-Visum verlängert werden?
Nur in Ausnahmefällen. Türkische Staatsangehörige, die mit einem C-Visum (Schengen-Visum) bereits in Deutschland sind, können einen längeren Aufenthalt (Aufenthaltserlaubnis) nur in Ausnahmefällen (höhere Gewalt, humanitäre oder schwerwiegende persönliche Gründe) beantragen. Ein Visum kann auch dann verlängert werden, wenn ein Visum nicht voll ausgeschöpft wurde, weil die Einreise in die Bundesrepublik Deutschland oder in einen anderen Schengen-Staat verspätet erfolgte. Ein bereits abgelaufenes Schengen-Visum kann nicht mehr verlängert werden. Für einen längeren Aufenthalt ist die Beantragung eines D-Visums (nationales Visum) vor der Einreise notwendig.

Das Merkblatt der Ausländerbehörde Berlin zur Verlängerung von Schengen-Visa kann hier abgerufen werden.

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